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Thema: Palästina


Gerhard Höpfner am 04.7.07

Folgendes habe ich nur in englisch. Aber der Anfang ist schon erschütternd. Automatisierte Todeszone. Bei wem waren sie in Ausbildung meine Damen und Herren?

http://defensenews.com/story.php?F=2803275&C=america
Israel plant diesem Bericht zufolge, die Grenze zum
Gazastreifen durch die Errichtung von sogenannten
"automated kill zones" zu sichern. "Now in final stages of
operational testing, the 'See-Shoot' system will add
weapons to the network of overlapping sensors already
deployed along the approximately 60-kilometer border
separating Israel from the Palestinian coastal territory.
Developed by state-owned Rafael, See-Shoot consists of a
series of remotely controlled weapon stations which
receive fire-control information from ground sensors and
manned and unmanned aircraft. Once a target is verified
and authorized for destruction, operators sitting safely
behind command center computers push a button to fire the
weapon."
(Link vom 3.7.2007)




Gerhard Höpfner am 04.7.07

Nachtrag
http://www.freitag.de/2007/26/07260102.php
Der britische Journalist Robert Fisk mit einem Gastbeitrag
im "Freitag" zur Situation im Gaza-Streifen und in der
Westbank. "Mit wem koennen wir verhandeln? Mit wem reden
wir? Selbstverstaendlich haetten wir vor Monaten bereits
mit der Hamas reden muessen. Aber wir mochten die
demokratisch gewaehlte Regierung der Palaestinenser nicht.
Wir hatten von ihnen erwartet, dass sie die Fatah mit
ihrer korrupten Fuehrungsspitze wiederwaehlen. Aber sie
entschieden sich fuer die Hamas, die sich weigert, Israel
anzuerkennen oder das voellig diskreditierte Oslo-Abkommen
zu befolgen. Nicht einer im Westen fragte, welches Israel
die Hamas denn eigentlich anerkennen muesse. Israel in den
Grenzen von 1948? Oder in den Grenzen nach 1967? Oder
jenen Staat, der eine grosse Anzahl Siedlungen auf
arabischem Land fuer Juden und allein fuer Juden gebaut
hat und weiter baut und sich damit immer mehr der
verbleibenden 22 Prozent von 'Palaestina' einverleibt, um
das noch verhandelt wird?"
(Freitag vom 29.06.2007)




Gerhard Höpfner am 7.7.07

Im Namen der US-Regierung: Terrorismusbekämpfung oder Bankraub von Spendengeldern?
Wir leben im 21. Jahrhundert - es wird das schmutzigste dank USA
Aus http://www.grundrechtekomitee.de/ub_showarticle.php?articleID=245

Im Namen der US-Regierung: Terrorismusbekämpfung oder Bankraub von Spendengeldern?
Grundrechtekomitee 03.07.2007

Helga Dieter ist Koordinatorin der Aktion „Ferien vom Krieg“ des Komitees für Grundrechte und Demokratie. Fast 20 000 Kinder und Jugendliche aus Krisen- und Kriegsgebieten haben seit 1994 zwei Wochen Urlaub gemeinsam mit Gleichaltrigen aus dem jeweiligen „Feindesland“ verbracht, darunter auch 760 junge Menschen aus Israel und Palästina.. Darüberhinaus werden auch Ferienspiele für Flüchtlingskinder in Palästina finanziert.

Diese „summer-games" regte eine Mitarbeiterin des "Zivilen Friedensdienstes" an, die damals in einem Sozialzentrum in Bethlehem arbeitete. Sie schrieb dazu während der von der israelischen Armee verhängten Ausgangssperre in der Broschüre „Ferien vom Krieg im Sommer 2002":

im Januar 2002: "Man ist abgeriegelt von der Welt...Es ist eine seit Ende September 2000 bestehende Lebenssituation von extremem, chronischen Stress, der die Menschen auslaugt, deprimiert, mut- und hoffnungslos macht...Kinder müssen spielen können...Bei Einbruch der Dunkelheit (ca. 17.oo) geht niemand mehr raus, aus Angst vor Schußwechseln, es gibt kaum noch Besuche. Man sitzt zuhause, meist vor dem Fernseher, der den ganzen Tag von den Kämpfen und den sogenannten Märtyrern berichtet."
im Mai: "Der Zeitraum für die Ferienspiele steht noch nicht fest, da die Schulen überlegen, ob sie einen Teil der Sommerferien kappen, um Unterricht nachzuholen, denn im Moment ist ja alles geschlossen und wer weiß, wie lange noch.... Die Lage hier ist verzweifelt, gestern dachten wir noch, Bethlehem wird bald geöffnet, nach den beiden Attentaten in Israel kann davon keine Rede mehr sein".
im Juni: "Im Moment ist es wieder fürchterlich...Hier wird eine Kultur des Todes propagiert, überall hängen die Bilder der Attentäter, und das hat eine große Vorbildwirkung. Viele kleine Kinder wollen Selbstmordattentäter werden, wir können es ihnen kaum ausreden.

Seit dem Sommer 2002 hat sich die Situation noch entschieden verschlechtert. Im Februar 2007 veröffentlichte die UNO einen Bericht, wonach, infolge des Boykotts nach der Wahl der Hamas, ein großer Teil der palästinensischen Bevölkerung hungert.
Um den Kindern zu ermöglichen, sich wenigstens zwei Wochen satt essen zu können, Ausflüge zu machen, sich bei friedlichen Spielen zu amüsieren und wieder lachen zu lernen, finanziert das Komitee, mit Hilfe vieler SpenderInnen, die Ferienspiele sowie workshops mit Clowns für die ErzieherInnen usw.

Seit fünf Jahren ist die Organisation "Future Generation Hands Association" (früher Nablus Youth Federation) eine der Partnerorganisationen des Projekts „Ferien vom Krieg", von der bisher ca. 200 Jugendliche nach Deutschland gekommen sind, um in einem schwierigen Prozess die Perspektive von Gleichaltrigen aus Israel kennenzulernen.

Im Juni 2007 stellte die humanitäre Organisation "Future Generation Hands Association" einen Antrag auf die Finanzierung von Ferienspielen. Helga Dieter prüfte und kürzte den Antrag und bewilligte 8 000 USD für 200 Kinder, wobei die höchste Summe die Verpflegung ausmacht.,
Ein Vertrag wurde am 18.6.07 unterzeichnet, er regelt mehr als deutlich:
„Die Ziele des Projekts sind Erholung und kreative Aktivitäten aber auch pädagogische Methoden der gewaltfreien Erziehung, Aussöhnung und Demokratie (d.h. weder Wettkämpfe noch die Erziehung zu Hierarchien (education for leadership) oder die Verehrung von „Helden" oder „Märtyrern" sind Gegenstand des Programms. Kinder der MitarbeiterInnen oder die der örtlichen Autoritäten können nicht teilnehmen. Das Verhältnis von Mädchen und Jungen muss gleich sein hinsichtlich der Zahlen und der Angebote. Das Komitee erhält jede einzelne Quittung....Wenn das Projekt noch von anderen Organisationen finanziert wird, muss das Komitee darüber informiert werden, selbst wenn dieses Geld andere Kosten abdeckt oder das Projekt ausgeweitet wird. Das Komitee kann eine Person autorisieren, den vertragsgemäßen Verlauf der Ferienspiele und der Buchhaltung zu überprüfen usw.

Nach dem blutigen Putsch der Hamas im Gaza-Streifen wurden auch aus Nablus Unruhen gemeldet. Helga Dieter befürchtete, dass bei einer Eskalation der Situation das Geld der Hamas in die Hände fallen könnte und fragte die Partnerorganisation nach einer sicheren Bankverbindung z.B. in Jerusalem. Die gab es nicht.
Am 22.6.07 überwies die Bank des Komitees 8000 USD auf das Konto in Nablus.
Vier Tage später erhielt sie den Bescheid: Das Geld werde nicht überwiesen, weil „Future Generation Hands Association" als eine Rechtsperson erscheine, wie sie unter die Sanktionen der US-Finanzbehörde für die Kontrolle ausländischer Guthaben falle. Es werden weitere Informationen über die Organisation und den Zweck der Zahlung in Form einer authentischen Nachricht gefordert. Dann werde entschieden, ob das Geld weiter blockiert bleibe oder nicht. Ab 27.6.07 läge das Geld auf einem blockierten Konto der „Deutsche Bank Trust Company". Das Schreiben schließt: „Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten".

Nachdem die erste Aufregung sich gelegt hatte, dachte Helga Dieter: "So sieht es also aus, wenn ein Land unter den Generalverdacht des Terrorismus gestellt wird. Da wird eine ländliche Volksbank von dem US-Finanzminister kontrolliert, das nennt man Globalisierung. Das ist ein Politikum, das ich in aller Ruhe durchspielen und dann öffentlich machen werde. Das Geld für die Ferienspiele werden wir schon nach Jerusalem und von dort nach Nablus bringen. Das blockierte Geld liegt ja bei der Deutschen Bank sicher, das werden wir dann schon zurück erhalten."

Ein Anruf bei der Volksbank war der nächste Schock.
Ob das Komitee das Geld je wieder erhalte, stehe in den Sternen. Das Schreiben nenne zwar den Namen der Organisation, meinte der Sachbearbeiter, er nehme aber an, dass es nicht um eine bestimmte Organisation gehe, sondern nun auch palästinensische Banken den US-Sanktionen unterlägen. Dollar-Überweisungen nach Kuba oder Libyen würden schon lange blockert, da lägen Milliarden seit 20 Jahren fest. Es sei sehr schwierig, blockiertes Geld wieder zu erhalten.
„Aber das liegt doch bei der Deutschen Bank?" fragt Helga Dieter irritiert.
„Aber in New York, die unterliegen amerikanischen Gesetzen" ist die Antwort.
„Wir haben doch dieses Jahr schon Geld an andere Partnerorganisationen in Palästina geschickt." ...



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