eLeW, ein Land eine Welt - Forum 3 zu allen Fragen, die mit der Arbeitslosigkeit zusammenhängen
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Thema: Greencard und Redcard


Mit der Greencard wurden von 2000 bis 2004 rund 18.000 IT-Experten von Rot-Grün unter Schröder ins Land geholt, danach gab es ein neues Zuwanderungsgesetz, das IT-Experten weiterhin bevorzugt. Von der CDU profilierte sich Rüttgers dagegen mit dem Motto 'Kinder statt Inder'.

Inzwischen haben wir eine Beschäftigungsverordnung, mit der alle Arten von Akademikern aus dem Ausland angeworben werden können. Und eine Diskussion, alle Arten von Fachkräften ins Land zu holen, insbesondere auch im Niedriglohnsektor, wie z.B. Pflegekräfte im Altenheim.

Versetzen wir uns gedanklich in die Abflughalle von Dohar. Wir treffen unzählige Frauen von den Phillipinen auf dem Weg in den Heimaturlaub oder zurück in die Stelle als Kindermädchen für Kinder, Heranwachsende und den Alten. Im Heimaturlaub treffen sie einmal im Jahr ihre eigenen Kinder, die in eigens geschaffenen Kinderheimen jahrüber geparkt werden.
Versetzen wir uns in die indonesische Amtsstube für Berufsschulpläne. Die Aufgabe lautet, junge Männer für eine Arbeit in den Industrieländern zu qualifizieren. Unwichtig, dass Familienväter getrennt von den Lieben dank Unterbezahlung im Ausland kaum einen Heimaturlaub finanzieren werden können.
Frauen als Pflegekräfte und billige Arbeiter aus dem Ausland, das hätten einige bei uns sehr gerne. Hierfür gibt es die RedCard.

Die rote Karte geht an den Arbeitgeberverband Pflege. Verbandschef Thomas Greiner: "Ausländische Kräfte müssen kommen und hier arbeiten dürfen - ohne bürokratische Auflagen wie perfekte Sprachkenntnisse. Die Zahl der Pflegebedürftigen wird sich von derzeit 2,2 Millionen bis 2050 verdoppeln. Wir fordern deswegen eine Greencard für Pflegekräfte - schnellstmöglich. Wir können nicht auf die Arbeitnehmerfreizügigkeit 2011 warten." Dazu Verdi: "Völlig abwegig! Der Fachkräftemangel in der Pflege lässt sich ganz einfach beheben: mit vernünftigen Löhnen und menschenwürdigen Arbeitsbedingungen."
Die rote Karte geht an ein Menschenrechts-Vorbild. Die grüne Europa-Parlamentarierin und ehemalige Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland, 1999 - 2009, Barbara Lochbihler: "Es gibt einen Bedarf an Migranten in einzelnen Bereichen des Arbeitsmarktes. Das betrifft nicht nur die Hochqualifizierten, sondern auch Saisonarbeiter in der Landwirtschaft oder Pflegekräfte. Dafür braucht es eine gestaltende Migrationspolitik. Europa hätte einen realen Nutzen davon. Anders gesagt: Wir können unseren Lebensstandard in Europa nicht halten, wenn wir nicht Migration organisieren. Oder wir müssen anders leben."

Nichts gegen gute Konzepte für legale Migration. Aber - in Deutschland nicht ratifiziert - das Recht auf Arbeit ist ein Menschenrecht. Was verenken wir uns mit Kinderbetreuung, um Frauen die Berufstätigkeit zu ermöglichen. Zuerst mal sollten wir uns verrenken, die echte Arbeitslosigkeit zu beseitigen. Da ist Migration aus hiesiger Sicht ein Randproblem. Und nach der langen Einleitung oben, es ist ein Schande, wenn wir Reichen den armen Ländern die Fachkräfte stehlen. Vor Migration kommt erst einmal das Ermöglichen lebenswerten Verbleibens in der Familie und der Heimat.


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