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Thema: Das Maß ist voll!


Der Berufsverband der deutschen Augenärzte ruft seine Mitglieder auf, sich der Protestaktion am 18.1. anzuschliessen. Die Ärzte sind nicht länger bereit, die Folgen dirigistischer Eingriffe und politischer Versäumnisse auf ihrem Rücken austragen zu lassen. BVA Vorsitzender Dr. Uwe Kraffel nennt die wichtigsten Kritikpunkte:

  • Gewolltes Sterben der niedergelassenen Fachärzte
  • Drastische Unterfinanzierung der niedergelassenen Fachärzte
  • Erschwerter Zugang zum Facharzt für den Patienten
  • Strafgelder bei Budgetüberschreitung
  • überbordende Bürokratie
  • Arbeitsplatzvernichtung für Mitarbeiter und Ärzte
  • Fehlende Planungssicherheit für alle Ärzte durch ständig sinkenden und nicht kalulierbaren Punktwert
  • Hohes finanzielles Risiko trotz gewissenhafter Medikamentenverordnung
  • Verschlechterung der patientennahen dezentralen fachärztlichen Versorgung
  • Förderung und kostspielige Subventionierung von medizinischen Grossbetrieben (MVZ)
  • Volle Arzthaftung, auch wenn die Behandlungskosten bei Budgetüberschreitung vom Arzt übernommen werden
  • Verlust von 30% der Studienabsolventen durch mangelnde Berufsperspektiven


Das Gesundheitswesen ist mit der größte Arbeitsmarkt in Deutschland. In den letzten Jahren sind durch Klinikschließungen und Personalreduktion in den Arztpraxen mehr als 100.000 Stellen freigesetzt worden.

Ablauf der Protestaktion am 18.1.06:
Berlin 12 Uhr Versammlung im Maritim Hotel Berlin
München 11 Uhr Versammlung am Marienplatz
Saarbrücken (Kongresshalle)


Zuletzt bearbeitet: 10.03.06 11:31 von Administrator


Berlin (dpa) - Niedergelassene Ärzte aus ganz Deutschland haben sich zu einem Protestzug vor das Bundesgesundheitsministerium in Berlin versammelt. Bis zum Mittag wurden aus sieben Bundesländern Praxis-Schließungen und Demonstrationen gemeldet.

In Berlin versammelten sich rund 14 000 Praxis-Ärzte aus ganz Deutschland. Sie protestieren gegen eine aus ihrer Sicht zu schlechte Vergütung und zu viel Bürokratie. Wegen der Ausgaben-Begrenzungen im Gesundheitswesen sieht die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) fast ein Drittel der Arztpraxen vom Bankrott bedroht.

Nach Angaben von Ärzteverbänden protestierten in Nordrhein- Westfalen tausende Mediziner gegen sinkende Einkommen. In Bayern blieben nach Schätzungen bis zu 5000 Praxen geschlossen, in Baden- Württemberg mehr als 1000, in Rheinland-Pfalz gut 1500. In Brandenburg blieb die Hälfte der insgesamt 3000 Arztpraxen geschlossen. In Saarbrücken zogen hunderte Ärzte und Praxis- Mitarbeiter in einem Demonstrationszug durch die Stadt, in Hamburg blieben rund 90 Prozent der Praxen dicht.

Ärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe warnte vor einer Unterversorgung der Patienten. Ein Vertreter der Freien Ärzteschaft erklärte, die Mediziner erstickten in Bürokratie. Immer mehr Arzt- Praxen würden regelrecht «verhungern», vor allem in Ostdeutschland.

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt warf den Ärzte-Funktionären am Mittwoch «manche verbalen Übertreibungen» vor. Die Verantwortlich für zu viel Bürokratie und eine teilweise ungerechte Honorar-Verteilung sei primär die Ärzte-Selbstverwaltung.



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