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Thema: Datenkrake Google


Im aktuellen Heft 2/2009 bringt Computerbild einen Bericht über die Datenkrake Google. Auf der Webseite liefert der Suchbegriff den Bericht zu 10 Jahre Google-Jubiläum mit 10 Bildern zu diesem Datenstaubsauger. "Kein Klick ist je vergessen": Suchmaschine, Mail, Notizbuch, Kalender, Toolbar, Googleprogramme für Texte und Tabellen, iGoogle, Desktop, Talk und YouTube. Vordergründig dient die Sammelwut dem Zweck, Werbung besser zu platzieren.

In der gedruckten Ausgabe findet sich mehr:
  • Die Grundlage für die Vision, dass US-Behörden aus 2.4 Milliarden weltweiten Nutzer durch Zugriff auf Kontakte, E-Mails, Termine, Suchbegriffe, Dokumente, Fotos, Hobbys, Krankheiten, Urlaubsziele, finanzielle Verhältnisse per Google zu gläsernen Bürgern machen könnten, ist gelegt.
  • Mit über 30 Programmen werden privateste Daten entlockt.
  • Google Mail wird nach Schlüsselwörtern für Werbeanzeigen durchforstet.
  • Wer nach Schwangerschaftstest googelt mag 9 Monate später auf vielen Internetseiten Werbung für Windeln erhalten.
  • Mit Google Earth und Google Maps droht die Auswertung von Wohnort, Urlaubszielen und Fahrtrouten, gesuchten Ärzten und Restaurants.
  • Ein hohes Missbrauchsrisiko stellt das Google-Konto dar, mit der Verfolgung der Nutzeraktivitäten bei mehreren Google-Diensten.
  • Bei Youtube droht die Preisgabe von Interessen und Kontakten.
  • Mit Google Text & Tabelle gehören alle Inhalte Google.
Computerbild bilanziert das in einem fiktiven Beispiel einer Google-Akte:
Tanja Schmidt, Alter 26, Schwalenberg Süderstr. 37, politisch eher links, kritisch gegenüber Gentechnik und engagiert gegen Klimawandel und Globalisierung. Hobbys: Tanzen, Reisen, Interesse an Indien. Leidet an chronischen Rückenschmerzen und ist in psychologischer Behandlung. Privat besucht sie trotz fester Partnerschaft mit Peter P. immer wieder Singlebörsen. Ist offensichtlich stark verschuldet. Ständiger E-Mail-Kontakt mit 20 Personen, Kontakte 35 Personen. Ist wohl bald arbeitslos, denn ihr 5-Millionen-Euro-Umsatz-Arbeitgeber steht kurz vor der Insolvenz.

Computerbild listet 18 Alternativen zu Google auf: MS Virtual Earth 3D statt Google Earth, Photoshop Album SE statt Google Picasa, Firefox 3 statt Google Chrome, Power Translator 10 statt Google Translate, Browser-Plus CBE statt Google Toolbar, Copernic Desktop Search statt Google Desktop, GMX-MultiMessenger statt Google Talk, OpenOffice.org 3.0 statt Google Text & Tabellen, Websuche bei ixquick.com statt Google, Bildersuche bei altavista com oder de.yahoo.com, Nchrichtensuche bei paperball.de, Produktsuche bei evendi.de, E-Mails auch bei yahoo.de, Terminverwaltung bei calendar.yahoo.com, Startseite mit Zusatzmodulen wie Bahn und Wetterbei netvibes.com, Karten und Routen von live.de, Notizen verwalten bei zoho.com und Videos sehen bei myvideo.de und clipfish.de.

Bitte kommentieren, aber zuvor noch drei eLeW-Forderungen:
  • Das Internet muss öffentlich und frei von Privatinteressen sein, daher wird die Einrichtung eines staatlichen Publinet gefordert. (Neuer Namensvorschlag Volksnetz oder Allnetz).
  • Die oben genannten Dienste sind nicht nur nützlich für alle, sie sind schon Kulturtechnik und auf dem besten Weg, "lebensnotwendig" zu sein. Deshalb ist es Aufgabe Deutschlands diese Dienste kostenlos und in Deutsch zur Verfügung zu stellen.
  • Die anfallenden Datenspuren müssen den höchsten Schutz genießen. Daher Verwaltung durch vereidigte Staatsdiener (ein anderes Thema bei der eLeW), hier auch als Gegenteil zur Vorratsdatenspeicherung gefordert.




Ein positiver Aspekt von Datenkraken erschließt sich Lesern von Orwells 1984: Die Verhinderung von Kontrolle der Vergangenheit. Im Roman gibt es das Ministerium für Wahrheit, von dem ständig alle existierenden Dokumente umgeschrieben werden, um dem gegenwärtigen Parteistandpunkt nach dem Prinzip "die Partei hat immer recht" zu gehorchen.

Dokumente umschreiben funktioniert bei Datenkraken nicht, wenn jeder Mensch Zugang oder eigene Datenkraken hat.
Beipiel: Wenn ich wollte könnte ich 8 DVDs des Magazins "The New Yorker" erwerben. 80 Jahre des Magazins, komplett mit allen Heften und anderem Verlagsmaterial, sind digitalisiert. Mit neuartigen Suchfunktionen kann sogar ich so etwas leicht auswerten und niemand kann das umschreiben.

Natürlich kann ich in einem totalitären Überwachungsstaat nichts damit anfangen. Schnell werde ich - 1944 - vom Blockwart, der mich verpetzt, Radio London zu hören, der Todesstrafe ausgeliefert.
Natürlich ist ein einzelnes Verlagsprodukt nicht ausreichend. Vor Gehirnwäsche schützt nur, auch Gegenstandpunkte zuzulassen.
Natürlich ist auch eine Kontrolle von Macht über Informationen notwendig. Und das von der eLeW geforderte Volksnet.

Das ist ein Beispiel



Auch als admin kann ich hier nicht editieren, genausowenig wie die Werbung unterdrücken, denn das Forum ist kostenlos.
Den untersten Satz "Das ist ein Beispiel" habe ich übersehen, ein Fragment, vergessen zu löschen.
Als Bonus für alle, die das hier, ein Link auf die Darstellung des Romans 1984.


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