eLeW, ein Land eine Welt - Forum 1 und FAQ
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Thema: Götz W. Werner entzaubert


Lieber huscholz!


Bei dem eLeW-Themenheft 2 wird ein gangbarer Weg zur Einführung eines BGE entworfen

Meinst Du, daß sich irgendetwas auf unserem Erdenrund ändert, wenn man gangbare Wege in Broschüren festhält. Die einzig gangebaren Wege, sind die Wege, die gegangen werden.

Ich kenne eure Organisation ja nicht. Vielleicht besteht sie ja nur aus ein paar ganz wenigen und die beschränken sich dann auf die Herstellung von Broschüren.
Versteh das nicht als Kritik, nur du schreibst öfter: dieses oder jenes steht in dieser oder jener Broschüre. Es muß aber doch unter die Menschen gebracht werden, oder nicht?

Nun, ich hab mir diese Broschüre angeschaut. Generell stört mich der "Nationalismus", die Beschränkung auf Deutschland, und zwar dadurch, daß man dem Gerede der Ohnmacht gegen die Globalisierung beipflichtet. Mittlerweile tut sich aber auch da etwas -meines Wissens- beispielsweise entsteht die Einsicht nach einer Art Weltsteuersystem. Ganz abgesehen davon sind in den letzten 20 Jahren (ab der Wende) 1000e NGOs entstanden die überall auf der Welt "konkret" tätig sind. In ihnen sind viele Millionen Menschen organisiert. Einzele NGOs wie z.B. SOS-Kinderdorf-International beherbergen allein schon mehrere Millionen "Mitglieder" und unterhalten cirka 500 "Weltdörfer". Tendenz steigend! (Und wie toll wird es, wenn die Kinderdorfbewohner demnächst z.b. auch in diesem Forum mitmischen?)

Das ist noch nicht viel, aber eben auch nicht nichts und bedeutend mehr als all das pseudomarxistische Geschwätz über "Globalplayer" und ähnliches.

Hier gibt es nun auch einen wichtigen Zusammenhang mit dem BGE, wie man sich vielleicht selbst denken kann?

Nun weiter zur Broschüre:


Die Verfasser:
Parteimitglieder der eLeW der Ortsgruppe Wiesbaden-Kloppenheim.


Das ist interessant, da ich gerade mit www.wiesbadener-tagblatt.de zu tun hatte.

die Zeitung schreibt über eine Hartz4-Ini

Über die praktische Lebenshilfe beim Umzug oder die Auskunft über das Erlassen der Hundesteuer hinaus, wird eifrig über die vom Fuldaer Bio-Großhändler Wolfgang Gutberlet unterstützte Forderung nach einem Grundeinkommen, das nicht an Arbeit gekoppelt ist, diskutiert. Der anthroposophische Hintergrund dieses und anderer Unternehmer lässt die Plattform-Gründerin Brigitte Vallenthin darüber nachdenken, mit wem sich Kontakt aufbauen ließe, um am gesellschaftlich relevanten Rad zu drehen, die sozialen Zustände zu verändern.

Die Zeitung schrieb mir, daß man dort jetzt regelmäßig über die "Hartz4-Indianer" schreiben würde. (Was auch stimmt). Leider scheinen diese Hart4-Indianer zur Zeit nicht übers Internet erreichbar... Andererseits gibts Foren und ähnliches, in denen Montagsspaziergänger (und andere Erwerbsloseninis) ihre Erfahrungen austauschen. In ihnen wird auch zunehmend das BGE "positiv" diskutiert. (Meine "Strategie" besteht darin, zu den Leuten zu gehen und nicht irgendwo zu sitzen und zu warten bis jemand kommt, dem ich dann eine Broschüre in die Hand drücke)

Broschüre

Gedanken in dieser Richtung finden sich schon seit fast 500 Jahren, eine kleine Auswahl sei hier aufgelistet:

Ich verstehe nicht, warum man die internationale "Arbeiterbewegung" (1848-1989) komplett ausklammert. Gabs die nicht? Daher ja der Konflikt mit "linken" BGE-Gegnern aller Art.
Viele "normale" Menschen, die sich mit dem BGE vertraut gemacht haben, kommen ohne Studium und völlig "unpolitisch" auf den Gedanken, daß es sich dabei wohl um eine Gesellschaft handelt in der es heißt:
Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnis!

Daß man diese nicht schon 1789, 1848, 1917, 1945 haben konnte, lag nicht daran, daß die Menschen damals so dumm waren, sondern an zu geringer Produktivität. Beispielsweise hat es keinen Sinn von einem BGE zu sprechen, wenn 2/3 der Bevölkerung mit primitivem Werkzeug draußen in der Erde Nahrungsmittel für die Gesamtbeölkerung anbaut, teilweise unter Schwerstarbeit. Man sehe sich dazu nur heute Afrika an, wo Dorffrauen drei-vier Stunden am Tag 20-30Liter Wasser tragen.

Dazu kommt noch, daß es zwei Arten gibt, die Menschen vom Zwang der Arbeit zu befreien: Die eine ist das BGE. Die andere wäre Billig- oder Nulltarif für alle zur Existenz notwendigen Sachen. Das eine schließt das andere nicht etwa aus. Das BGE sorgt ja für eine "Befreiung" gigantischer Produktivkräfte, nämlich der heute 43 Mio Nichterwerbstätigen. Davon sind etwa 10 Mio unter 18 Jahre und 13 Mio über 65 Jahre. Der Begriff "Erwerbsunfähigkeit" verstößt dabei gegen die Verfassung, denn auch Einbeinige, Blinde oder Taube wollen etwas nützliches tun. Für sie werden unter hohem Kostenaufwand "behindertengerechte" Arbeitsplätze eingerichtet. Allein daran erkennt man schon, daß der Spruch "wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen" nicht so ganz in die heutige Zeit paßt.
(Fortsetzung folgt)



(Fortsetzung)

Und schon geht der Aufschrei, der Widerspruch los. Wer sich mit dem Thema schon befasst hat, aber auch Hartz-IV-Empfänger werden gleich einwerfen, das ist viel zu wenig, das reicht nicht für eine Existenzsicherung. Viele andere werden sagen, das ist zu viel, das ist einfach nicht bezahlbar.

Der Aufschrei kommt daher, weil man den "Sozialstaat" komplett gegen diese 600€ ersetzen will, bzw dies so darstellt. Ein gangbarer Weg wäre z.B. mit 400€ anzufangen und alles weitere so zu belassen wie es ist, nur bei den "Ansprüchen" (und Löhnen, Gehältern, Pensionen) eben 400€ abzuziehen. Die Anzahl der "Armen, Schwachen und Bedürftigen" würde sich dadurch erstmal etwas verringern.
Dann erhöht man das BGE auf 600€ und die Anzahl der "Bedürftigen" verringert sich noch mal. So muß niemand Panik haben, plötzlich mit 600 €/Monat klarzukommen.
Die noch verbleibenden "Transfersysteme" werden dann zusammengelegt. Wenn man mit 600€ nicht klar kommt, muß man eben wie bisher Anträge stellen usw, usf. Da dies aber bedeutend weniger machen als heute, wird auch der Streß, Kontrolle und Schikane dezimiert. Bei den Menschen, die krank oder erwerbsunfähig sind, muß man eh nicht lange kontrollieren.

Darum gehts. Es gibt Leute, die vielleicht mehrere 1000€/Monat benötigen (z.B. Krankheit).
Auch "Kriminelle" benötigen ein Vielfaches an Staatsknete. So kostet ein Tag Gefängnis etwa 80€-200€! Das wäre ein "Grundeinkommen" von 2000€-6000€.

Interessant wäre auch sich mal an die Wirtschaftswunderzeit, die 70er Jahre zu erinnern. Damals war es fast kein Problem Sozialhilfe zu beantragen. (Bafög war bereits BGE). Nur sehr wenige "Faule" haben davon Gebrauch gemacht und die galten nicht als "Faule", sondern als "Problemfälle".
Unter den "Faulen", die in der Broschüre erwähnt werden sind allerdings auch sehr viele Künstler, Musiker, Schauspieler, Schriftsteller usw.

Weitere ( mögliche ) Folgen des BGE
Genossenschaften, Landkommunen und Handwerks- und Dienstleistungskollektive werden gänzlich übersehen! Hier wäre auch ein Blick in die 70er Jahre und die "alternativen" Arbeits- und Lebensformen nützlich.

Dies so auf die Schnelle
Internetspaziergänger



Hallo Internetspaziergänger,

in vielen Foren ist „Ihr“ BGE abgeschmettert worden. Sicher auch mit besseren Argumenten als hier vorgetragen wurden. Das gebe ich gerne zu.
Bei Ihrer Agitation fallt auf, dass Sie sich über eine mögliche Elimination ihrer Meinung beschweren, jedoch nach Herzenslust - ich will hier nicht gleich Hass unterstellen - selbst so verfahren. Davon wird ein BGE nicht besser. Bevor sie weiter herumtollen , sollten sie beachten - für den Fall, dass sie ein wenig Ahnung haben – dass ein Haus nicht saniert werden kann, indem einfach nur die Fassade neu angemalt wird. Das Fundament wird weiter faulen. Aus der DDR Zeit kennen Sie das vielleicht zur Genüge. Nichts weiter ist das BGE. Es soll ja nicht einmal ein gerechtes BGE werden.. (Gerecht wäre zum Beispiel, wenn Lohn nach BGE anfängt und nicht Teil von ihm ist!) Eben nur bedingungslos. Auch für die Wohlhabenden! Das sollte nicht außer acht gelassen werden. Das beschlossene Ende des Sozialstaates soll damit abgefedert werden. Ein Sozialstaat, der den Reichen schlicht auf den Sack geht. Ihre schöne Welt belastet. Und mit einer Mitleidmasche will man sich sein Gewissen rein halten. Für das BGE zu werben grenzt an Selbstbetrug oder man ist eigentlich auf der falschen Seite.
Das BGE ist die Forderung nach dem kleinen Finger. Uns steht jedoch mindesten die ganze Hand zu. Seit viertausend Jahren Speist uns das Eigentum mit dem kleinen Finger ab. Geschützt durch Religion und von für sich selbst geschaffenen Gesetzen. Und nun das BGE auch wieder eine neue „Religion“ und damit Augenwischerei.

Ihren Unwillen gegenüber den modernen Marxisten Teile ich. Es kommt wirklich außer gute Analysen , schönen Worten und viel Anpassung nichts Bewegendes von ihnen. Es wird von anderen erwartet, dass sie sich Bilden, Agieren, sich die Finger schmutzig machen. Sie selbst bleiben über den Dingen stehen. Damit machen sie sich mitschuldig am ganzen Desaster.

Sich Bilden, Agieren, sich die Finger schmutzig machen, gleichgesinnte suchen, finden und etwas wirklich neues Anfangen wird somit für alle, die etwas - vor allem anderen sich selbst verändern wollen - notwendig sein.


Zitat aus Gewerkschaftszeitung „Arbeit& Wirtschaft“:
Scharf kritisierte der Internationale Bundfreier Gewerkschaften (IBFG) die jüngste Ausgabe der meistverbreiteten Publikation der Weltbank »Doing Business 2007« (Geschäfte machen 2007). Ihr zufolge
erbringen die Marshall-Inseln weltweit die »beste Leistung«, da sie nahezu kein Arbeitsrecht haben und nicht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) angehören. Im Vorjahr war die ebenso im Pazifik gelegene winzige Insel Palau der »Spitzenreiter«. In beiden Ländern ist eine ununterbrochene Arbeitszeit
von bis zu 24 Stunden nicht verboten, weder Urlaub noch Kündigungsfrist sind gesetzlich vorgesehen. Als Nicht-Mitglieder der ILO sind die gelobten Inseln nicht zur Einhaltung der Kernarbeitsnormen
– etwa dem Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit – verpflichtet. IBFG-Generalsekretär Guy Ryder
forderte die Weltbank auf, die Publikation nicht länger bei der Erstellung von Vorschlägen zur Reform des Arbeitsmarktes zu verwenden. Vorherige Ausgaben waren Grundlage für Strategiepapiere von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF), um einzelne Länder zur Aufhebung von Maßnahmen zum Schutz der Arbeitnehmerschaft zu veranlassen. So hatte der IWF der südafrikanischen Regierung empfohlen, die Wirtschaftsindikatoren« bei Anstellungen und Entlassungen zu verbessern. Eine derartige »Verbesserung« impliziert die Aufhebung der Regelungen, die nach dem Apartheidregime zur Beseitigung der Rassendiskriminierung eingeführt worden waren. G. M.


Scharfe Kritik ist angebracht, aber genügt es? Und würde die Weltbank mit derartigen Vorstellungen ein BGE zulassen??

Zu den NGO`s fällt mir nur ein, dass diese mehr und mehr von staatlichen Stellen benutzt, integriert werden unter Protest, aber auch Hilflosigkeit. Von der einen Seite wird alles zertrümmert, die andere für´s sanitäre Helfen, Aufbauen mit einkalkuliert. Seltsame Logik.

Nichts für Ungut




Internetspaziergänger
Es geht "nur" darum das "bedingte" Grundeinkommen von heute durchschnittlich 730€/Monat auf ein bedingungsloses umzustellen!

Wenn, dann würde ich mich in meinen Beiträgen darauf konzentrieren.
Und zu Hause ein Bild vom seligen Milton Friedmann aufstellen und eine Kerze für das BGE davor anzünden. Glaube soll Berge versetzen können.

Aber Hallo, was ist das? (Gleiche Zitatstelle)
Internetspaziergänger
Es geht in erster Linie darum, allen Menschen eine minimale Existenz zu garantieren.

Bingo!

Die vom Zwang eines Arbeitsverhältnisses Befreiten gibt es ja jetzt schon. Laut gleicher Zitatstelle die Mehrheit:
Internetspaziergänger
Mach dir nur mal bewußt, was es heißt wenn von 82 Mio Bürgern 43 Mio nicht erwerbstätig sind. Wovon leben denn diese Menschen heute? Sind diese Menschen, die MEHRHEIT der Bevölkerung etwa "frei"?

Nein, Sie schaffen und werkeln. Und wenn sie dafür Lohn erhalten würden, dann wäre das auch eine Entlastung des Sozialstaates.
Arbeit gibt es ohne Ende, sie wird auch von 82 Mio Bürgern ausgeführt, nur mehrheitlich eben ohne angemessenen Lohn.

Folglich, BGE ist Betrug, Jede, aber auch jede Arbeit angemessen bezahlen, das ist Gerechtigkeit.



Hi einfachso,

EinfachSo:

Bingo!

Die vom Zwang eines Arbeitsverhältnisses Befreiten gibt es ja jetzt schon. Laut gleicher Zitatstelle die Mehrheit:

Hab jetzt grad nebenbei eine Stelle bei einem Autozulieferer gefunden, wie gesagt durch Beziehungen, welche Viele nicht haben und so weiter ein menschenunwürdiges Leben führen (müssen)
Teilhabe am gesellschaftlichen Leben gleich 0!
Das BGe darf nicht nur aus der Brille des Besitzenden gesehen werden sondern auch aus der Sicht der Besitzlosen.
Es kann Bedarf generiert werden, daraus entstehen Umsätze,Arbeitsplätze,Steuern.

Die Abschaffung des Kapitalismus ist reines Wunschdenken und nicht der breiten Bevölkerungsschicht vermittelbar.
Also bleibt nur, das System freundlicher, menschlicher zu gestalten.
Was passiert denn, wenn das BGe nicht kommt?
Ganz einfach, es wird nicht mehr lange so ruhig bleiben...


Nein, Sie schaffen und werkeln. Und wenn sie dafür Lohn erhalten würden, dann wäre das auch eine Entlastung des Sozialstaates.
Arbeit gibt es ohne Ende, sie wird auch von 82 Mio Bürgern ausgeführt, nur mehrheitlich eben ohne angemessenen Lohn.


Eine bessere Argumentation für BGe kann man kaum geben, bravo.
Die Iniativarbeit und Kulturarbeit wird damit endlich gefördert und aufgewertet.

salzo




Hallo salzo, mal angenommen, du gehörst nicht zu denen, die einfach nicht verstehen wollen. Dann versuche ich's mal:

Wenn das Sytem freundlicher, menschlicher gestaltet werden soll, dann darf nicht passieren, das der Mensch zum Zoobewohner wird und BEDINGUNGSLOS gefüttert wird. Der Zoo von Basel versucht seine gelangweilten Tiere wenigstens etwas glücklich zu machen, indem Futtersuche mit Stress verbunden wird.
Daraus folgt, ein Schlaraffenland ist die Hölle oder ein BGE ist leider nicht menschlich.

Damit Teilhabe am gesellschaftlichen Leben möglich ist, muss es gesellschaftliches Leben geben. Wenn ich mich auf BGE-Niveau bequem einrichte und im Garten Hühner und im Keller eine Destille halte und als Initiativ- oder Kulturarbeiter den Büchermarkt mit dem Titel "Prima Leben mit Null Bock" beliefern möchte, werde ich merken, dass es selbigen und auch Gesellschaft nicht mehr gibt. Selbst Urlauber bewegen sich in einer Arbeitswelt drumherum und nicht in einer Freizeitlandschaft. Das geht nicht. Spitzenmäßige Zivilisation beruht auf Leistung und nicht auf Freiwilligkeit.

Was passiert denn, wenn das BGe kommt? Ganz einfach, es kann gar nicht ruhig bleiben, denn das BGE geht auf Null oder die Mehrwertsteuer auf 500% und mehr.

Die Leute schaffen und werkeln. Doch nicht ohne von irgendwas zu leben. Irgendwo wird eine/r oder mehrere ausgebeutet, um selbst zu überleben. Das ergibt doch kein Argument für ein BGE, sondern eines für Anerkennung durch einen Lohn. Ein Arbeitsmarkt, der die Chance bietet, mit dem selbstdefinierten Grundeinkommen ein Sabbatjahr einzuschieben oder auf 20 Stunden die Woche runterzugehen, der macht frei für Initiativ/Kulturarbeit.



Hallo EinfachSo

ich möchte alles verstehen. Was du willst, ist dass wie es in der Bibel heißt, der Mensch im Schweiße seines Angesichtes sein Brot verzehrt. Damit bist du aber in deiner Entwicklung bei der Vertreibung aus dem Paradies stehen geblieben. Alle anderen haben fleißig erfunden und geforscht, so dass dank der Maschinen der Schweiß verschwunden ist. Aber auch die Arbeit. Bitte verstehe auch du, dass das BGE u.a. das Problem der Arbeitslosigkeit löst.

NurMalSo



Lieber Einfachso!

einfachso

Wenn das Sytem freundlicher, menschlicher gestaltet werden soll, dann darf nicht passieren, das der Mensch zum Zoobewohner wird und BEDINGUNGSLOS gefüttert wird. Der Zoo von Basel versucht seine gelangweilten Tiere wenigstens etwas glücklich zu machen, indem Futtersuche mit Stress verbunden wird.
Daraus folgt, ein Schlaraffenland ist die Hölle oder ein BGE ist leider nicht menschlich.

Da fragt man sich ob Du eigentlich aus der "linken" oder aus der "rechten" Ecke stammst. Solche Plattheiten kenne ich bisher nur aus FDP/CDU-Foren. (Bei der NPD versuche ichs gar nicht).

Schon das Gerede vom "Schlaraffenland" entstammt den Biedermeierspießern des 19Jahrhunderts. Der brave (männliche) Bürgersmann, der seine Arbeit nicht versteht, tapfer seine Pflicht erfüllt, eine Arbeit, bei der er nur die Kohle sieht, Kohle die er emsig nach Hause schafft und damit seine Spießerwohnung mit röhrenden Hirschen und Kaiser-Wilhelm-Büsten schmückt und mit dem er seine Frau in Nerz "verhüllt".

Der normale Durchschittsbürger ist da schon etwas weiter vorangeschritten.

Aber bleib tapfer bei deinem Glauben!

alles Liebe
der eilige Internetspaziergänger



Hallo salzo!


Die Abschaffung des Kapitalismus ist reines Wunschdenken und nicht der breiten Bevölkerungsschicht vermittelbar.

Die Frage wäre, ob der böse Kapitalismus nicht schon lange weg ist.

Marxismus heißt ja nicht, daß man eine (Welt)gesellschaft, nur weil darin Mißstände sind, für "Kapitalismus" ausgeben und in Karl Marxens "Kapital" nachschlagen muß und sich wie die Christen die Bibel, das kommunistische Manifest aufs Nachschränkchen legt.

Die BGE-Bewegung ist eine neue "Bürgerbewegung", die wir überall auf der Welt beobachten. Es läuft auf "Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen" hinaus.

Neben dieser neuartigen Erscheinung, gibts ja noch viele andere Erscheinungen, die unsre Pseucomarxiten nicht "erklären" können, bzw mit demselbem Schaum im Mund "bekämpfen": die Vereinigung Europas, ein ähnlicher Prozeß in Asien (ASEAN). Erste Verhandlungen im von unsren Vorfahren zerrütteten Afrika. In Lateinamerika. Steht uns ein globaler Binnenmarkt ohne Grenzen mit annähernd gleichen Arbeits- und Lebensbedingungen für alle Menschen bevor?
"Lohnt" es sich diesen Prozeß wie auch immer praktisch zu unterstützen? Ich denke ja!

Diese Fragen darf man sich doch stellen. Ein teil unsrer Linken schiebt diese Frage verärgert vom Tisch, oder es heißt auch hier: das "Kapital" schafft sich die optimalen Ausbeutungsbedingungen. Schöne Phrase!

Wissenschaftlich untersucht wird das nicht, allenfalls im Sinne des Aufzählens von Mißständen, Mißerfolgen und von Übeltätern.

Auch nicht untersucht wird die seit 1990 sprunghafte "Weltverbesserungs"-Bewegung, die inzwischen 1000en NGOs. Da machen sich diese Edelmarxisten lustig drüber. Ist auch zum todlachen, wenn mittlerweile viele Millionen Bürger aus allen Staaten der Erde sich entprechend organisieren und "Hand" anlegen und damit beginnen die Trümmer gigantischer Klassenschlachten (1914-1945) beiseite zuräumen. Ha! Ha! Ha!

Unsre Edelmarxisten haben kein Ziel, keine Vision. Sie erinnern an die Pfaffen des Mittelalters: Lesen aus alten Büchern vor, Prassen, Schwätzen und Feiern!
Und für sich selbst haben sie schon ihre Schäfchen in Sicherheit gebracht!

Statt BGE Hartz4! So ihre Devise. Statt friedlicher basisdemokratischer Entwicklungshilfe in Afghanistan, ergötzen sie sich an Blutrausch, Mord und Terror! Jeder Selbstmordanschlag erzeugt ein Lächeln in ihrer Visage! Toll! Da wird sich Bush aber ärgern!

Nein, Freunde! Irgendwann ist Schluß mit lustig, schluß mit dem berauschenden Elend!

ein kämpferischer Internetspaziergänger!



Hallo Jänner,

wir sind in der Informationsgesellschaft angekommen und leben global und arbeitsteilig. Wohlstand durch Wissensvorsprung, d.h. wir können was, was andere nicht können und wir haben was zu verkaufen, was andere nicht haben, gibt es nicht mehr oder nur noch wenig. Deswegen wird versucht, den Arbeitsstandort Deutschland attraktiv zu halten und es kommmen vereinzelt schon ausgelagerte Arbeitsplätze sogar wieder zurück. Das geht u.a. nur, wenn früh in der Krippe mit Englisch und in der Grundschule mit dem PC angefangen wird. Lernen strengt aber an, braucht also von klein an feste Hand und Förderung des Leistungswillen. Und das nicht allein wegen der globalen Konkurrenz sondern auch wegen der regionalen Lebensbedingungen, denn von Nichts kommt Nichts.

Gestern gab es die Meldung, dass in Tübingen ein "Wunder" bei einer Nierenverpflanzung von Mutter auf Sohn gelungen ist. Da steckt auf Ärzteseite Leistungswillen/Motivation dahinter und gesellschaftlich eine Infrastruktur mit Wohlstand und Leistungsanreizen, die noch vom Pölsterchen aus der Vergangenheit zehrt. Aber dank neoliberaler Zerstörung der Infrastruktur nur noch an konzerngesponserten Unis im Auftrag des Profits gelegentlich aufflackern könnte. Zur neoliberalen Unterfütterung dieser Zerstörung passt auch eine neoliberale BGE-Diskussion.

Die BGE-Diskussion passt aber nur nach Deutschland, wo der Abbau des Sozialstaates dank Ablenkung weniger diskutiert wird. Global mag es die Idee von "Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen" geben, diese Randerscheinung kann aber nicht zur BGE-Diskussion umgemünzt werden. Wer das BGE will, wird es in Deutschland versuchen, andernorts wird er ausgelacht.

Es geht nicht um den Kapitalismus. Es geht um undemokratische Bündelung von Macht, verbunden mit unermeßlichem Reichtum (Nur die Welt ist genug) Dazu wird der Durchschnittsbürger weiter vorangeschritten, vom Hirschgeweih zu RTL und Dieter Bohlen. Und von Freizeitgesellschaft zu Schluss mit Lustig. Der Mittelständler der USA braucht jetzt 130 Wochenstunden, um den Wohlstand der 60er Jahre zu halten, für den er damals 50 Wochenstunden brauchte. Laut Michael Moore muss ein Pilot in den USA nach dem Flug noch Taxi fahren, um dazu zu verdienen. Es geht um Absaugen von Geld und Massenverelendung.

Das Schlaraffenland geht aufs 5. Jahrhundert v. Chr. zurück (Telekleides und Pherekrates). Der Begriff wird heute meist übertragen verwendet, um auf ein Paradies des Nichtstuns und müßig essend Herumliegens hinzuweisen. Selbiges ist tödlich für Leistungswillen/Motivation und gesellschaftlicher Infrastruktur mit Wohlstand und Leistungsanreizen.
Es ist doch nur zu begrüßen. dass wir dank Erfindung und Forschung bei uns die morschen Gelenke auf ein höheres Alter verschoben haben. Schweiß zeigen wir aber immer noch und sei es beim Studieren (hoffentlich). Das bringt uns aber zur Hauptursache von Arbeitsplatzlosigkeit: Die strukturelle Arbeitslosigkeit, der Ersatz des Menschen durch Maschinen und Steigerung der Produktivität. Seit das Wirtschaftswachstum aufgehört hat, weil alle alles haben und nur noch Ersatzbeschaffungen anfallen, führt das nicht nur zum Abbau von Arbeitsplätzen sondern auch zur Aufgabe von Firmen. Daher ist die Hoffnung auf das Wunder BGE verständlich, zeigt aber nur die Ratlosigkeit. Die Lösung ist seit 100 Jahren Ausbau der Dienstleistung. Und ich sage zusätzlich, jede Arbeit soll Lohn erhalten. Wenn also bekanntlich eine Mutter den Job von 16 Berufen innerhalb 12 Stunden ausübt, dann ist das Schwerarbeit. Für Null Kohle. Mal nachdenken, wie das zur bezahlten Leistung wird.

Wenn ich nicht will, dass die Tübinger Medizin von der Pharmaindustrie bezahlt nur noch für diese arbeitet oder es nur noch den unfruchtbaren Mais des Chemiekonzerns gibt oder das Trinkwasser zum Benzinpreis in Flaschen kommt, dann brauche ich Englisch im Kindergarten und den PC in der Grundschule und nicht das Schlaraffenland.

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