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Thema: Das Konzept "Partei" ist überholt |
So wie ich inzwischen die Welt sehe und zu verstehen versuche, wie sie funktioniert, gebe ich Parteien wenig Chancen, weil ich das Konzept "Partei" für überholt halte.
Wenn ich mich einer Partei im herkömmlichen Sinne anschließe, muß ich mit dem Großteil ihrer Ziele und dem Weg, den sie nehmen will, übereinstimmen. Bei einer Vielzahl unterschiedlicher, meist konträrer Meinungen bei entsprechenden Parteimitgliedern bedeutet das immer eine Unterordnung.
Parteien sind statische Konstrukte, unflexibel, mit einem Hang zur Bürokratie und Korruption. Das spüren meiner Meinung nach die meisten Leute inzwischen, weshalb sie sich abwenden. Sie spüren noch nicht, daß es Zeit ist, etwas Neues zu machen (und sie wissen nicht was), aber sie spüren, die Zeit von Parteien ist womöglich abgelaufen.
Was nun eine basisdemokratische "Partei" im Internet angeht: Ich bin inzwischen seit mindestens 5 Jahren intensiv im Netz unterwegs, seit etwa 3 Jahren verdiene ich mein Geld im Netz. Ich habe viele Ideen und einige davon umgesetzt, teilweise recht gute Ideen, wie ich finde, aber die Erwartungen waren meistens überhöht. So habe ich gemerkt, wie schwer es ist, Leute zu erreichen und von einer Sache zu überzeugen. Noch schlimmer als das Erreichen der Leute ist es, diese dazu zu bewegen, etwas zu tun.
Diese Erfahrung habe ich im Internet gemacht, einem wahnsinnig schnell arbeitenden und damit Ideen verbreitenden Medium. Wie muß das dann erst in der "real world" funktionieren?
"Mitgliederzahlen in Zehnerpotenzen" halte ich zwar ebenso für wünschenswert, aber auf dem Weg einer Partei kaum erreichbar. Das Image von Parteien ist am Boden, rein marketingmäßig wird das schon schwierig.
Schöne Grüße N.
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Auf Hunderte von Einladungen zum Mitmachen bei der eLeW wird so wie oben oder ähnlich geantwortet. Die Begründungen sind verschieden, jedoch das Fazit ist in etwa immer gleich: "Parteien sind von Übel. Auf keinen Fall mache ich da mit."
Dabei sind die Angesprochenen überaus politisch interessiert und engagiert. Leider für die eLeW realisieren aber die Angesprochenen nicht, dass sie seit Jahren, wenn nicht seit Jahrzehnten, mit ihren Aktivitäten auf Regierungsebene nichts erreichen. Damit soll ihnen nicht der Erfolg in der NGO, beim Verbreiten der Druckerzeugnisse oder im Ehrenamt abgesprochen werden. Durchaus nicht.
Um aber im Rahmen des Grundgesetzes auf demokratischem Weg und ohne körperliche Gewalt die Gesellschaft aus der Geiselhaft von Karrierepolitikern zu befreien, bleibt nur das Konzept "Partei". Statt aber eine Partei durch eine andere zu ersetzen, muss es darum gehen, eine ganz andere Partei, anders als die anderen, zu schaffen.
Mit den gleichen Menschen wie bisher eine bessere Politik zu erreichen, geht nur mit einer besseren "Partei".
Bitte noch einmal das ganze Paket von anders als die anderen wohlwollend überprüfen.
Alles Gute, Hans U. Scholz
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Hallo Leuts,
wie soll ich wo das ganze Paket überprüfen?
Gruß und Kuss Pompejus
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Das ganze Paket, warum die eLeW anders ist, wird auf Warum sind wir anders vorgestellt.
Dort kann, wie auf fast allen Seiten, direkt (und wenn es sein muss anonym) Stellung bezogen werden.
Vielleicht ist die Liste dort auch noch nicht komplett. Indirekt gibt es noch viele Sachen, die sich mit der eLeW ändern. Darüber kann dort, aber auch hier, weiter geschrieben werden. Bitte darum.
Alles Gute, Hans U. Scholz
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An den Gründer dieser Diskussion (falls er sie noch verfolgt):
Was wäre denn eine Alternative zum Prinzip Partei, deiner Meinung nach?
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Alternative zum Prinzip Partei
Manche email, die ich erhalte, würde ich lieber als Beitrag hier im Forum sehen. Dann anonymisiere ich sie, weil ohne Erlaubnis des Verfassers weitergeleitet, und stelle sie selbst hier als von N.N. per email rein. So auch hier. Der Schreiber wird hier nicht mitarbeiten (wollen?). Ich darf aus seinen Texten stark stark verkürzt zitieren:
Die Entwicklung weist in Richtung Machtübernahme durch Konzerne hin, die zunehmend die Instrumente schaffen, die Regierungen zu Marionetten zu degradieren. Wenn wir aber Glück haben, kommt es zu einer neuen Art von Aufklärung. Die könnte einhergehen mit der Entwicklung von Regionalgeld. Das Volk fängt damit an die Machtstrukturen zu unterlaufen. In den dann entstehenden kleineren Wirtschaftsräumen entscheiden die Verbraucher/Produzenten selbst. Es entsteht dann direkte Demokratie, DD. Die DD ist die von N.N. gesehene/gewünschte Alternative zum Prinzip Partei.
Noch ein persönlicher Punkt hierzu von mir:
Dass die eLeW die funktionierende DD schaffen will, wird leider nicht zum Anlass für eine Unterstützung gesehen. Sonst könnten auch Vollblut-DDler, die Parteien ablehnen, sich doch wenn auch halbherzig solidarisieren und mithelfen. Wieviele Gelegenheiten haben Vollblut-DDler denn außerdem?
huscholz
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