eLeW, ein Land eine Welt - Forum 6 mit Beiträgen und Stellungnahmen über den Umgang miteinander und anderen
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Thema: Grauenhafte, menschenverachtende Vorgänge |
Gerhard Höpfner am 25.6.07
Habe ich heute von Micha bekommen.
Darwins nightmare
"Es ist zum Beispiel unglaublich aber wahr, dass, wo immer in einer relativ armen Gegend ein wertvoller Rohstoff entdeckt wird, die Menschen im Umfeld des neuen Reichtums elendig zugrunde gehen.
Ihre Söhne werden zu Wächtern und Soldaten, ihre Töchter zu Dienerinnen und Huren.
Es macht mich krank, diese sich wiederholende Geschichte immer wieder zu hören und zu sehen."
Und nicht nur ihn.
Wann, werte Leserinnen und Leser, können wir gemeinsam anfangen, diesen grauenhaften Menschen verachtenden Vorgänge ein Ende zu machen. Wie viel Wut und Verachtung dagegen muss noch aufgestaut werden, bis sich endlich mal was bewegt und aus diesem großartigen Projekt der eLeW wirksame Realität werden kann?
Freundlichst
Gerhard Höpfner
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huscholz am 25.6.07
Ich finde, Gerhard, im vorigen Beitrag wurde die passende Stelle von Darwins Nightmare beim Zitieren übersehen:
Verwunderlich ist, dass die beteiligten Akteure eines mörderischen Systems keine hässlichen Gesichter haben, und meistens sogar keine schlechten Absichten. Die Beteiligten sind wir, ihr und ich. Einige von uns machen "nur ihren Job", und sie fliegen z.B. einen Jumbo von A nach B, der mit Napalm beladen ist. Einige wollen einfach von nichts etwas wissen, andere kämpfen um das nackte Überleben.
Davon rede ich immer, dass wir als Beteiligte uns zu ändern haben.
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Micha am 26.6.07
Hallo, Gerhard, Huscholz, Forum,
die passende Stelle wurde übersehen ?? Von wem und durch was?
Inhalte zu einer Änderung habe ich auch.
Die Genfer Konvention muss geändert werden, der Partisanenkrieg darf nicht weiter durch Staaten initiiert oder genährt werden. Egal ob auf Pump/Zinsen/Miete oder Barzahler.
Die Amerikaner, soweit ich das überblicken kann, machen es sehr raffiniert. Kleine Truppen, partielle Auseinandersetzung, hoher Kollateralschaden, keine Genfer Konvention, da offizielle staatliche Kriegserklärung notwendig ist und sie dann selbst betroffen wären.
Raffiniert war damals auch von T. Roosevelt den Engländer Waffen zu vermieten. Ist dann kein Verkauf, der Senat muss nicht zustimmen. Ob das heute immer noch möglich ist?
Leasing für Panzer und Raketen. Kann gut über Konten vertuscht werden. Mieten statt Kauf. Willkommen in der Welt des Geldes. Welcher EU Kontorahmen ist für Waffenleasing zuständig?
Hr. Huscholz, Sie haben weitere Zitate von Huber Sauper kontextfrei übersehen, eigentlich wollte er einen anderen Film drehen.
Hubert Sauper: "Die Frage der Schuld ist einerseits zu komplex und andererseits zu banal.
Ich würde sagen, ich könnte sie als Filmemacher nicht beantworten. Und es wäre viel zu banal zu sagen: ich weiß jetzt die Antwort.
Ich kenne jetzt den bad guy, habe den Bösewicht gefunden, und der heißt Sergej und der fliegt jetzt mit den Kanonen nach Afrika. Jetzt haben wir ihn.“
Und ist er das? Nein, Sergej ist nicht der bad guy.
Meist gibt es ein Rahmenabkommen das permanent durch raffinierte Rechtsanwälte und Politiker unterwandert wird.
Dank Internet und Informationen kann sich auch der Bürger ein wenig informieren. Noch.
Das ist dem global Marshall Plan nicht vorgesehen, deswegen geht Schäuble so massiv vor.
Hr. Schäubles geplanten Gesetze dürfen nie durchgeführt werden. Sind ein Schlüssel um überhaupt eine Chance auf Verbesserung zu haben.
Wer konnte vor 15 Jahren die Genfer Konvention oder anderes lesen? Damls gab es die einseitigen Blätter.
Ihre Reflexion zu jedem Welt-Akteur finde ich wiederum äußerst merkwürdig.
Was bitte soll der einzelne an sich Ändern das die Genfer Konventionen überarbeitet werden?
Polen versucht es mit der Redefinition des Nizzavertrages, das Internationale Rote Kreuz, AI und andere versuchen es auch.
Also bitte Hr. Huscholz, was soll, in ihrem Kontext, aus ihrer Sicht der einzelne ändern?
Was ändern Sie bei sich persönlich?
Feststellen "Davon rede ich immer, dass wir als Beteiligte uns zu ändern haben." ist arg dürftig. Erst recht mit dem Zitat.
MfG
Micha
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huscholz am 26.6.07
Micha
Also bitte Hr. Huscholz, was soll, in ihrem Kontext, aus ihrer Sicht der einzelne ändern? Was ändern Sie bei sich persönlich?
Bevor ich Micha las, war ich bei einigen Bloggern zu Besuch und war sehr angeödet von dem Gerede, eigentlich von dem Getexte. Das Gegenteil von nur Reden ist Handeln und so freut mich die Frage. Es geht ums Handeln. Da ich Personenkult ablehne mag ich aber nicht von mir reden. Als eine Änderung bei mir persönlich nenne ich meinen Einsatz für eine andere Partei, das ist ja öffentlich.
Im Zusammenhang mit dem Forum hier war ja auch öffentlich, dass ich nichts von den Demos halte und warum. Im Kern meiner Aussagen habe ich das Feindbild "Die-da-Oben" ersetzen wollen durch die Einsicht "Ich-bin-der Verursacher". (Kapitalismus als Gegner ist ja nicht greifbar, weshalb Stellvertreter/Repräsentanten angegriffen werden. Dabei bin ich doch selbst der Kapitalist beim Abschluss von Versicherungen, Renten- und Sparverträgen oder beim Verkauf von Ware über Wert an andere oder bei der Einstellung von anderen zwecks Ausbeutung.) Also bitte ich um Beteiligung bei der (globalen) Eindämmung des Kapitalismus, der zu meinem Leben gehört, per 24/7-Demokratie. Eine Eindämmung, die das Brauchbare oder Nötige des Kapitalismus belässt und das Unmenschliche mindert. Hatten wir z.B. mit der sozialen Marktwirtschaft.
Was erhoffe ich mir also von dem allgemeinen sich Ändern? Richtig von Falsch unterscheiden lernen und verantwortlich für Gemeinschaft handeln. Dazu dienen Regeln und Gesetze und im Vorfeld die Erzeugung eines demokratischen Bewusstseins. Und im "Nachfeld" die 24/7-demokratische Kontrolle.
MfG
huscholz
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Micha am 26.6.07
Soll ich das Verstehen?
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huscholz am 27.6.07
Soll ich das verstehen?
Nein, natürlich nicht.
Jede/r soll machen (dürfen), was sie/er für richtig hält.
Dabei sind aber der Beliebigkeit Grenzen zu setzen und einzuhalten.
Neue Soll-Regel von mir: "Damit Gemeinschaft funktioniert, soll jede/r versuchen mehr hineinzugeben als herauszuholen.
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huscholz am 27.6.07
Wozu Soll das gut sein?
Es wäre naiv, an eine weitverbreitete Uneigennützigkeit in Gesellschaft zu glauben oder auf so etwas zu hoffen. Im Gegenteil, wir müssen für die nächste Zeit damit leben, dass der Mensch ist, wie er ist. Nun spricht es sich aber herum, dass Teilen und Teamarbeit sich lohnen, also Nutzen bringen.
Um die oben gestellte Frage zu beantworten:
Überall gibt es Reibungsverluste und Schwund, nicht nur in der Technik. Wenn immer nur entnommen wird, nimmt der Bestand ab. Der Staat kann immer weniger ausrichten, und in Richtung Kollaps bleibt nur für die wenigen Starken noch Gewinn.
Beispiel 1: Um den Kollaps hinauszuzögern, werden Arbeiter gezwungen, mehr ins System reinzustecken (Arbeit), als sie entnehmen dürfen (Lohn). In den 60er Jahren gab es 15% jährliche Lohnerhöhungen, dank Arbeitskräftemangel von den jährlichen 50% Produktivitätsgewinn abgetrotzt. Ab den 70ern nahm die Produktivität weiter zu, die Lohnerhöhungen blieben aber marginal, dank der Einführung der Arbeitslosigkeit.
Beispiel 2: Im ruinösen Wettbewerb zur Bedienung der geizigen Geilen und der Vernichtung der Konkurrenz kostet die eine Kamera, die Mensch in 10 Jahren einmal braucht, nur noch 60 Euro. Für diese einmal in 10 Jahren notwendige Anschaffung gäbe Mensch auch 600 Euro, wenn dieser Preis durchzusetzen wäre. Der Staat hätte dann zehnmal mehr Umsatzsteuer und wir zehnmal weniger Schlaglöcher. Der Kunde spart, bekommt mehr als dass er gibt, und der Staat muss auch sparen. Am Ende sparen wir uns tot. Alle zusammen.
Also, auf die Soll-Regel folgt nun eine Kann-Regel.
Wenn dem Gesamtsystem mehr zugeführt wird, als ihm entnommen wird, kann der Schwund und die Reibung ausgeglichen werden, und kann aus Überschuss wachsender Wohlstand entstehen.
Bis 2005 stand immer auf der eLeW-Startseite:
Die Ziele:
1. Arbeit für alle, die wollen (Besser und billiger, als was wir jetzt haben)
2. Bildung für alle (Ohne solide Allgemeinbildung keine Demokratie)
3. Mehr Volksbeteiligung (Der Souverän muss gehört werden)
4. Entschuldung unseres Landes (Wir gehen noch bankrott)
5. Schuldenerlass für arme Länder (Sie sind schon bankrott)
Der Weg:
Stärkung des Wir (Volksentscheide und eigene Verantwortung)
Anerkennung von Leistung (Können geht vor Schmarotzen)
Reform der Politik, dann Reformpolitik (Nützlichkeit vor Profit)
Vollbeschäftigung (Alle Arbeit bezahlbar machen)
Stärkung der Eigenverantwortung (Hierzu muss die Handlungsfähigkeit des Einzelnen gestärkt und nicht abgebaut werden)
Ausbau des Mittelstandes (Stärkung des Binnenmarkt-Motors)
Die Anerkennung von Leistung bedeutet u. a. auch einen größeren Anteil am Produktivitätsgewinn für Arbeiter und Angestellte. eLeW-Vorschlag Fifty-Fifty. Heißt aber auch bei Rieseneinnahmen eine heftige Besteuerung.
Überlegung 1: Wenn jetzt die Lokomotivführer streiken, dann merken es die Reisenden. Wenn Herr Mehdorn streikt, wer merkt das denn? Wer erbringt Leistung? Wer entnimmt überproportional?
Überlegung 2: Wenn die Bank in 2005 den Rekordgewinn damals von 2,5 Millarden erzielt, haben dann die 6400 zu Entlassenden den nicht mit-erarbeitet? Wer erbringt Leistung? Wer entnimmt überproportional?
Fazit, die überproportionalen Gewinner, zu denen viele Nichtleistungserbringer gehören, müssen mehr zur Kasse gebeten werden. Und seltsamer Weise nützt es denen mehr, als wenn sie mit dem Geld nur die Börse füttern und auf der Suche nach dem schnellen Dollar die Erde abbrennen. Deshalb ist die eLeW auch eine Partei für diese Leute, (und alle Kapitalisten von ganz klein bis ganz groß) weil eben für alle nützlich. Denn was jetzt abläuft ist hirnrissig.
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C.B. am 30.6.07
Wie soll ich in das System mehr reinstecken als ich vom System bekomme?
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Gerhard Höpfner am 30.6.07
Ich denke, es sollte heißen: nur so viel herauszunehmen, wie man imstande ist, selbst eintragen zu können. An Sonsten ergeht es uns wie denen dort!
Der Umgang mit den Anderen: Eine Perversion des kapitalistischen Systems aus China mit Kommentar von:
http://www.wsws.org/de/2007/jun2007/chin-j30.shtml
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huscholz am 01.7.07
C.B. Wie soll ich in das System mehr reinstecken als ich vom System bekomme?
Kurze Frage, noch kürzere Antwort:
Auf Betrug verzichten.
Kurze Erklärung:
Es gibt unzählige Systeme in die jeder verflochten ist. Keine Bilanz oder Buchhaltung taugt dafür. Vielleicht dieses Prinzip kann helfen: "Leben und Leben lassen".
Und dieses Sprichwort: "Was du nicht willst, das man dir tu', das füg' auch keinem andern zu." Das eigene Dasein und dass man selbst etwas "bewegt", bedeutet schon in verschiedene System etwas "mehr reinstecken".
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