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Thema: Der Laden platzt


Heute liegt eine dicke Werbung im Kasten. Da feiert eine Supermarkt-Kette ihr 40-jähriges Bestehen. Dicke und große Buchstaben feiern das 30% SPAREN!

40 Jahre liegt auch der Beginn des Abstiegs zurück. Erinnern wir uns an zwei Sachen:
  • Vollbeschäftigung und bei durchschnittlich 40% Produktivitätssteigerung ein Arbeiter-Anteil daran in Form von 15% Lohnerhöhung.
  • Tante-Emma-Läden an allen Ecken.

Ob das Ende des Wohlstandes mit dem Beginn der Supermarktkette wohl zusammenhängt?

Ich denke schon. Und zwar strukturell.
Es ist die natürlichste Sache der Technik, dass Rationalisierung zur Gewinnoptimierung führt. Und es ist die natürlichste Sache der Welt, dass Gewinn der Zweck eines Unternehmens ist. Daher ist die Ausbildung einer ständig wachsen müssenden Supermarktkette ein normaler struktureller Vorgang. Nicht negativ, nicht positiv, einfach logisch.

Logisch muss aber nicht richtig sein.

Schaue ich in den 24-Seiten-Prospekt finde ich 9 Seiten Lebensmittel und dann 15 Seiten mit Autozubehör, Büromöbel, Kosmetik, Haushaltswaren, Zoobedarf, Elektro - weiße und braune Ware -artikel, Musikalien, Computer, Fotoartikel, Spielwaren, Wäsche und Kleidung. Also hat sich der Lebensmittel-Discounter zum Kaufhaus gewandelt.
Logisch.

Durch Großeinkauf hat er Tante-Emma preislich unterboten und verdrängt. Und mit ihm andere Lebensmitteldiscounter auch. Dann fing das Verdrängen der Discounter gegenseitig an. Großeinkauf hatten sie alle, also mussten die Preise zu Ungunsten des Gewinnes runter, zu Ungunsten der Löhne, zu Ungunsten der Arbeitsbedingungen. War da noch was zu Ungunsten?
Ja, zu Ungunsten der Fachhändler von Autozubehör, Büromöbel, Kosmetik, Haushaltswaren, Zoobedarf, Elektro - weiße und braune Ware -artikel, Musikalien, Computer, Fotoartikel, Spielwaren, Wäsche und Kleidung wurde deren Sortiment auch noch ins Angebot geholt.
Logisch.

Blicken wir noch einmal 40 Jahre zurück, sehen wir ein friedliches Nebeneinander von Kaufhäusern, Kaufhausketten und Fachgeschäften mit Einzelhandel.
Wird fortgesetzt


Zuletzt bearbeitet: 22.10.05 14:46 von Administrator


Fortsetzung von der Laden platzt:

Das friedliche Nebeneinander funktionierte, weil der Binnenmarkt funktionierte.
Das Warenangebot traf auf eine steigende Nachfrage. Steigend, weil
  • in der Nachkriegszeit noch Nachholbedarf war;
  • weil die Löhne stiegen und damit die individuellen Möglichkeiten und Wünsche;
  • weil Technologieschübe neuen Konsum hervorriefen;
  • weil Unternehmen ihren Gewinn wegen der glänzenden Aussichten in Investitionen steckten, statt auszuschütten;
  • weil der prosperierende Staat sich aufblähte.


Steht in der Liste, weil gespart wurde? Nein. Sparen tat der Kleine, wegen eines Autos oder Haus mit Garten.

Was ist nun aber anders?
  • Der Nachholbedarf ist weg. Wer jetzt noch nicht alles hat, kriegt es auch nicht mehr.
  • Löhne fallen, Wünsche verdunsten, individuelle Möglichkeiten werden durch Lisa-Plendzke-Illusionen*) verdrängt.
  • Technologieschübe rauschen vorbei ohne für uns (Staat, Gesellschaft) wichtige Steuereinnahmen, weil Unternehmen damit keine steuerrelevanten Gewinne machen. (Die Umstellung auf Flachbildschirme hat 1,5 Milliarden Umsatz bisher ausgelöst. Tendenz steigend.)
  • Unternehmen ziehen Gewinne raus, weil Investitionen sich nicht lohnen. (Piech, ehem. VW, zieht Milliarden aus dem Betrieb raus, um sich Rolls Royce und Bugatti anzueignen und RR später wieder zu verlieren. Andere blähen die Börse auf. Google-Aktien liegen 22.Juli 05 bei rund 82 Milliarden Dollar und sind fast so viel wert wie die Aktien von General Motors und Ford (jeweils rund 20 Mrd Dollar) und DaimlerChrysler (44 Mrd Dollar) zusammen genommen.)
  • Der Staat wird nach US-Vorbild zurückgefahren. (Achtung wir {Staat, Gesellschaft} begehen Selbstmord.)


Wird fortgesetzt.

*)Zahnspange spekuliert erfogreich und wird Mehrheitsanteilseigner an Modeimperium. Zur Verblödung mal in der Fernsehzeitung wegen "Verliebt in Berlin" nachschauen.


Zuletzt bearbeitet: 22.10.05 14:51 von Administrator


Unterbrechung von der Laden platzt wegen Google, keine Fortsetzung.

In den Nachrichten hatte ich das schon überhört. Gestern sprang Google um 12,1% auf 339 USD. Analysten haben daraufhin ihre Kursziele für Google erhöht: Citigroup von 375 auf 430 Dollar, Bear Stearns von 320 auf 360, Lehman von 350 auf 450 und UBS von 375 auf 430 Dollar.

Sicher, nicht alle Aktien von G. werden so teuer bezahlt. Gestern wurden in N.Y nur 22.897.490 Stück gehandelt. Nur für diese wurden die zusätzlichen 41 USD angelegt. Dabei ist aber eine knappe Milliarde für den Besitzwechsel über den Tisch gegangen. Geld, dass wieder nur in die Börse investiert wird. Nur in N.Y., eine Börse von vielen, nur Google, ein Wert von vielen.

Im August 2004 lag die Aktie noch bei 85 USD. Gegenüber obigen Julizahlen ist der Wert von Google inzwischen auf über 90 Milliarden gestiegen und die Firma gehört zu den 100 wertvollsten Unternehmen der Welt.

Ein Hype, finanziert mit Geld, dass dem Konsum und den Investitionen entzogen wurde, jetzt aber wundervoll gespart wurde.





Fortsetzung von der Laden platzt.

Blicken wir noch einmal 40 Jahre zurück, sehen wir ein friedliches Nebeneinander von Kaufhäusern, Kaufhausketten und Fachgeschäften mit Einzelhandel. Das ist Vergangenheit.

Wußten Sie, dass unter der Marke Tchibo mehr Umsatz mit Waren aller Art gemacht wird, als unter der Marke Karstadt?
Schaden bei Karstadt u.a. entstand, weil versucht wurde, Krawatten und Schuhe passend zum Anzug ins Regal zu legen, der Kunde aber vergeblich die Schuhabteilung und die Krawattenauswahl wünschte. Gewinn bei Tchibo u.a. enstand, weil für kurze Zeit ein paar Artikel mit großem Umsatzpotential und entsprechend kleinen Margen verramscht wurden, und der Kunde für diese Welt abhängig gemacht wurde. Das ist Gegenwart.

Konsumgüter werden verramscht von wenigen Unternehmen, die zu Gunsten niedriger Preise auch mal den Gewinn zurückfahren, wenn Lohnsenkungen und Lieferantenerpressung nichts mehr hergeben. Und das ist dann richtig geil, um das auch noch einzuflechten.

Zu Gunsten der Freiheit soll das auch alles so bleiben. Aber ist das Zukunft?

Hier die eLeW-Lösung, wo ja an oberste Stelle steht: Arbeit für alle, die wollen.

Im Sinne des Verbrauchers sind nicht nur geile Preise, sondern eine geile Beratung und eine geile Vermeidung von minderwertigen, niedrigpreisigen Konsumgütern. Deshalb braucht ein Händler von einer Sache den passenden ausgebildeten Verkäufer.
Die Tchibo-Kaffeverkäuferin weiß alles über die Bohnen, der Tchibo-Fahrradverkäufer ist zumindest ausgebildeter Fahrradamechaniker. Nehmen Sie das Wort Tchibo weg, dann war das so vor 40 Jahren. Das schafft wieder Arbeitsplätze. Und stöhnen Sie nicht über die teureren Fahrräder, Sie kaufen sowieso nur höchstens alle zwei Jahre eines, aber nur weil das Schrott ist. Das hilft der Verkäufer zu vermeiden.
Der Vorteil ist, es lohnt sich Ausbildungsplätze einzurichten, genauso wie eine Ausbildung zu machen. Und Lidl macht nicht mit einer Woche Angelrutenverkauf 250 Angelgeschäfte kaputt.
Also jeder darf verkaufen wie bisher, nur (das ist die Idee), er muss mit Fachverkäufern von Ramschniveau auf Fachniveau aufsteigen.
Zusätzlich, das gabs in einem anderen thread, je kleiner, desto geringer die Steuer.

Das ist Zukunft.

Alles Gute, Hans U. Scholz




Zuletzt bearbeitet: 22.10.05 20:59 von Administrator


Hallo,

mir ist auch eine Werbung untergekommen. Vom "Rächer der billigen Preise", einem Baumarkt. Die Reklame verspricht wörtlich:
"Wir haben zwar kurze Öffnungszeiten, keine Beratung, keine Schicki-Micki-Ausstellung, keinen Service, dafür aber Qualität zum billigen Preis."

Das ist ein Teil der Zukunft. In der Liste mit Null von Dies und Null von Das fehlt nur Null Öffnungszeiten. Das ist dann die volle Zukunft. Und die ist erreicht, zum Beispiel bei ebay.

Vergessen Sie die Fachverkäufer. Billigverkauf von Ramsch über das Internet vollcomputerisiert mit Backup durch Call-Center in Bombay, wie wollen Sie das per Regulierung stoppen?



Makarel:
wie wollen Sie das per Regulierung stoppen?

huscholz:
Zu Gunsten der Freiheit soll das auch alles so bleiben.

Regulierung ist ein negativ besetzter Begriff, genau wie De-Regulierung. Während von der De-Regulierung der Starke profitiert, ist Regulierung im Extremfall Schutz der Schwachen. Beides ist negativ, weil am Ende der Starke allein ist und seinen Dreck dann auch allein wegräumen muss, oder alle schwächelnd dahinsiechen, weil Überregulierung alle Entfaltungsmöglichkeiten erstickt.

Ziel muss sein, soviel Regulierung wie nötig, und soviel Freiheit wie möglich. Wer die eLeW versteht, sieht, dass hier nicht Politik von früher wiederholt wird, sondern der Regierte von der Regierung gefragt werden soll. (Heute vor 16 Jahren hat Schily, Noch-Innenminister, die Grünen verlassen, weil er nicht einsehen wollte, dass die Basis entscheidet, wer wann wo ein Mandat ausübt. Lassen wir ihn, den Ich-Vertreter zieh'n, aber wir sollten auch die Gepflogenheiten seiner Zeit aufgeben.)

Also, so wie jeder das Rechtsfahrgebot auf kontinental-europäischen Straßen akzeptiert (Regulierung) und nicht zugunsten chaotischer Freiheit aufgibt, so soll in einem Bildungsprozess der Wähler erkennen, welches Arbeitsbeschaffungsgebot günstig ist. Übernimmt das die einsichtige Mehrheit, handelt sie schon danach, bevor die Regierung es von den Regierten zur Regulierung übertragen bekommt.

Alles Gute, Hans U. Scholz



Bildungsprozess? Dreimal kurz gelacht. Natürlich wird das klappen, die elew wirkt ja bildend.

Nur mal das hier:
Eine TNS-Umfrage zwischen dem 1. und 3. November zu der bei den Koalitionsverhandlungen diskutierten Idee, Discountern wie z.B.Aldi oder Lidl per Gesetz zu verbieten, Lebensmittel unter Einstandspreis zu verkaufen, kam heraus:

28% sind dafür, 66% dagegen!



Da lache ich mal mit.
Es gilt, aus Schaden wird man klug. Der Schaden nimmt exponentiell zu, und damit, nicht nur hoffentlich, auch die "Bildung".
Gerne hilft die eLeW bei der Information der Wähler und Nichtwähler. (Sie ist aber als Idee eher eine Annahmestelle von Volkswillen.)
Das eigentlich "Bildungsprogramm" aber ist die Zerstörung durch falsche Politik, der Schaden eben.
Die falsche Politik führte auch zur Stiftung der eLeW. (Die nie passiert wäre, hätte RotGrün die Kohl-Politik abgelöst, statt, wie geschehen, noch zu verschlimmern.)
Die Frage ist, wieviel Schaden passieren muss, bis per Basisdemokratie das Volk Volksvertreter erhält, statt von Ich-Vertretern handlangernd gebeutelt und aller Chancen beraubt zu werden?
Alles Gute, huscholz



Der Verrat am SPD-Programm (schlimmer als bei Kohl) wird in der Frankfurter Rundschau
( http://www.frankfurter-rundschau.de/ressorts/nachrichten_und_politik/standpunkte/?cnt=752078 )
von Heiner Geißler bestätigt:

"Die Zerreißprobe in der SPD hätte eigentlich niemand überraschen dürfen. Denn schon in dem rot-grünen Bündnis war von Anfang an der Wurm drin, genauer gesagt, der Wurm saß in der SPD.

Es war ein ideologischer Wurm, der zwar nicht verhindern konnte, dass die Koalition auch erfolgreich war, vor allem in der Außen- und Verteidigungspolitik, der aber von Gerhard Schröder höchst persönlich implantiert, in der SPD so wühlte, dass sie ihre Seele verriet. Schon nach der Bundestagswahl 1998 kam man aus dem Staunen nicht heraus. Die SPD-Führung entdeckte plötzlich den "Rundum-Sorglos-Staat" (Kanzleramtsminister Bodo Hombach). Dieses bis dahin unbekannte Gebilde sollte ersetzt werden durch den "aktivierenden Sozialstaat", als Bestandteil von New Labour von Tony Blair geheiligt und von Gerhard Schröder als "neue Mitte" verkauft. Da aber die Regierung ausschließlich bei einer angebotsorientierten Wirtschaftspolitik blieb, was zum Rücktritt des konzeptionell und intellektuell besten Mannes der SPD, Oskar Lafontaine, führte, und die Arbeitslosigkeit ständig größer wurde, beschloss die Koalition mit der Agenda 2010, getrieben von BDI und BDA, immer größere soziale Einschnitte, um schließlich beim Supergau von Hartz IV zu landen.

Die Sache war nicht gut durchdacht. Es war Politik auf Sicht, ohne Perspektive, der Mensch wurde regierungsamtlich zum reinen Kostenfaktor. Besser hätten es die Liberalen auch nicht machen können. Der SPD fehlte eine neue soziale und ökonomische Philosophie und sie geriet so in das Schlepptau des Neoliberalismus. Die SPD hatte das Lied vom Tod des Sozialstaats angestimmt und muss heute ihr eigenes Requiem zelebrieren. Mit 35 Prozent ist der Anspruch, eine Volkspartei zu sein, nahezu verspielt. Das gilt auch für die Union.

Die Bundestagswahl war das Spiegelbild der seelischen Verfassung der Bevölkerung und die Linkspartei die adäquate Antwort auf den desolaten Zustand der SPD. Nach sieben Jahren Rot-Grün hatten die Menschen in Deutschland Angst, 70 Prozent vor der Arbeitslosigkeit und der Armut - laut FAZ deprimierte Knirpse und schlecht gelaunte Destruktivisten - eines leidensfähigen und selbstverständlich nicht krankenversicherten Friedrich Schiller in dessen Jubiläumsjahr unwürdig. Aber sie waren in Wirklichkeit eher Verzweifelte über eine Politik, die offensichtlich schon überfordert ist, unsinniges Lohndumping aus Osteuropa zu verhindern.

Im Angesicht von Ungeheuerlichkeiten offen zur Schau gestellter Raffgier reicher Zeitgenossen in Düsseldorf, Rüsselsheim, Frankfurt/Main und Stuttgart warten Zehntausende von Arbeitnehmern auf den nächsten Schlag aus den Konzernetagen, der sie in die Arbeitslosigkeit und anschließend, auch wenn sie 30 Jahre gearbeitet, Steuern- und Beiträge bezahlt und Kinder groß gezogen haben, mit Hilfe von Hartz IV auf die unterste Sprosse der sozialen Stufenleiter befördert, als ob sie in ihrem Leben nie einen Hammer in die Hand genommen hätten. Bei den Marginalisierten und den von der Marginalisierung bedrohten Menschen und ihrem familiären und nachbarschaftlichen Umfeld sitzt das Misstrauen gegenüber der politischen Elite bis heute tief, die ähnlich den Verantwortlichen in der Zeit des Übergangs vom Feudalismus in die Industriegesellschaft offensichtlich unfähig sind, die unausweichliche Globalisierung der Ökonomie human zu gestalten und die unter Berufung auf angebliche Gesetze des Marktes einer anarchischen Wirtschaftsordnung, die über Leichen geht, das Wort reden. Wie anders soll der Normalbürger die Ankündigung von Telekom beurteilen, trotz hoher Gewinne (2004: 4,5 Milliarden Euro) der noch höheren Rendite wegen 32 000 Menschen zu feuern?"



Ich tippe mal einen Leserbrief aus der ZEIT Nr. 49, 1.12.05, S.24 ab: Billig geht Kultur zugrunde
Der Preis von Billig ist nicht nur, dass bei "Aldi, Schlecker, Lidl...der Mitarbeiter Knecht" ist. Das ist doch nur die Spitze des Eisberges: Billig kostet Arbeitsplätze!
Die Hauptsache ist unter Wasser. Buchstäblich untergegangen ist die ganze Branche der kleinen Lebensmittelgeschäfte und die der Drogerien mit Hunderttausenden von Arbeitsplätzen.

Billig geht Kultur zugrunde: Untergegangen sind Qualitäten. Was geblieben ist, sind nicht Arbeitsplätze, sondern nur noch Jobs. Man brauchte einmal eine mehrjährige Lehre, um Kaufmann oder Drogist zu werden, Fragen Sie heute mal bei Schlecker, wie Sie einen Fleck aus farbigem Kerzenwachs von Ihrem Hemd oder die Flöhe aus dem Fell ihres Hundes wegkriegen!

Das ordinäre Erscheinungsbild von Schlecker hat mich jahrelang auf Abstand gehalten. Aber nun gibt es in meiner Gegend keine Drogerie mehr, nur noch Schlecker. Und auch das Zentrum des Stätdchens rettet mich nicht, denn auch dort gibt es nur noch - Schlecker.

Wie tief ist ein Intellektueller, der sich sonst stets auf seinen guten Geschmack etwas zugute hält, bereit, sich zu beugen, um bei Aldi aus den Reihen aufgerissener Kartons seine Einkäufe herauszuholen? Und dieses, obwohl gerade er es sich auch heute noch leisten könnte, auch die einfachen Sachen mit Kultur einzukaufen, dort, wo es vielleicht noch Arbeitsplätze gibt.

Bei höchsten Einkommen die niedrigsten Preise, die Quadratur des Wohlstandes - der Traum des Wohlstandsbürgers im Kaufrausch.
Billig hieß der Köder, und alle haben angebissen. Nur, dass Billig und höhe Löhne und Vollbeschäftigung zugleich nicht geht, beginnt den meisten erst jetzt zu dämmern, obwohl sie längst am Haken hängen.

Prof. Friedrich Wenkel, Celle

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