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Thema: Warum sollte kein Geld aus dem Hubschrauber fallen


Zwei Meldungen in meiner Tageszeitung ergeben heute ein Pärchen:
  • Die Deutschen müssen sich unter der großen Koalition auf einen harten Sparkurs einstellen.
  • Auf Greenspan folgt Bernanke.

Wir machen viel den Amerikanern nach, nur wenn es ums Überleben geht (wirtschaftlich), wählen wir den Freitod durch Entzug des Lebenssaftes Geld. Die Sparwut führt zu fehlenden Aufträgen, zu Stellenabbau, zu weniger Steuern, zu noch weniger und noch weniger. Was zunimmt ist Seelenkrebs und Kriminalität.

Die Amerikaner holen "Helicopter Man" Ben Bernanke. Dr. Bernanke wird nach Alan Greenspan neuer Chef der Privatbesitz-US-Zentralbank Federal Reserve. Seinen Spitznamen erhielt er, weil er verkündete, wenn eine Deflation kommt, dann werfen wir das Geld massenweise aus dem Hubschrauber ab.

Hier noch ein wörtliches Zitat, siehe unter "Number One: the Appointment of Ben S. Bernanke" von ihm:"But the U.S. government has a technology, called a printing press (or, today, its electronic equivalent), that allows it to produce as many U.S. dollars as it wishes at essentially no cost. By increasing the number of U.S. dollars in circulation, or even by credibly threatening to do so, the U.S. government can also reduce the value of a dollar in terms of goods and services, which is equivalent to raising the prices in dollars of those goods and services. We conclude that, under a paper-money system, a determined government can always generate higher spending and hence positive inflation.

Die Zeitungen loben heute Helicopter Man's Reputation und dass er eine Festlegung des Inflations-Ziels fordere. Fakt ist aber, dass die Fed von der kostenlosen Umwandlung von wertlosem Papier in Dollar viel zu regen Gebrauch macht. An anderer Stelle schlug ich schon vor, dass Europa dazu wenigstens im Gleichschritt den Kurs von Euro zum Dollar auf 1:1 hält. Unser Hubschrauber muss ja das Geld nicht über der Straße abwerfen, im Hof des Finanzminister wär doch auch schon was.



Wäre nett, wenn auch die nicht Englisch sprechenden Leser was vom Zitat hätten. Hier meine Übersetzung:

"Aber die US-Administration besitzt eine Technik, Druckerpresse genannt (oder heutzutage die computerisierte Entsprechung), die es möglich macht, so viele US-Dollar zu drucken, wie sie will, bei nahezu gar keinen Kosten. Indem sie die Menge der umlaufenden US-Dollar erhöht, oder sogar nur mit einer Ankündigung dies vorzuhaben, kann sie den Gegenwert in Waren und Dienstleistungen senken, was ebenso bedeutet, die Preise in Dollar für diese Waren und Dienstleistungen anzuheben. Daraus können wir folgern, dass mit dem Papiergeld-System eine entschlossene Regierung jederzeit höhere Ausgaben und somit positive Inflation auslösen kann."



Hallo, da drängen sich mir ein paar Fragen auf.

Die europäische Zentralbank hat das Ziel, die Inflation zu bekämpfen und nicht, die Deflation zu verhindern. Und unsere eigene Währung DM ist zwar auf ewig gültig, aber auch auf ewig und unkündbar auf 1.95583DM für einen Euro festgelegt. Wie soll das gehen mit dem Papiergeld?

Helmut Schmidt soll mal gesagt haben, 5% Inflation sind mir lieber als 5% Arbeitslosigkeit. Ergibt sich dann nicht proportional bei der jetzigen Arbeitslosigkeit notwendigerweise eine zweistellige Inflation?

Das könnte vielleicht Bernanke per eigener Druckerpresse schaffen, oder die DDR, die ehemals aus vier Milliarden DM Kredit per volkseigener Druckmaschine insgesamt zwanzig machte. Aber gibt es denn irgendwo eine Lösung, die wie die Druckerpresse für Papiergeld funktioniert?

Am 17.10. schreibt huscholz hier unter Der Laden ist pleite, dass wir bei einer Sparquote von 10% pro Haushalt 60.000 Euro zurückgelegt haben. Wozu soll das zusätzliche Papiergeld dann gut sein, außer uns zu enteignen?



Um Himmels Willen: "Unser Hubschrauber muss ja das Geld nicht über der Straße abwerfen, im Hof des Finanzminister wär doch auch schon was."

Jedes Vermögen, dass Politiker und Bürokraten in die Hände fällt wird denjenigen ausgeliefert, die Druck machen oder die bestochen und verführt werden sollen. (Wählerschichten bei den Kleinen, Konzerne und Banken bei den Großen). Die Hauptschwäche, es ist ja nicht ihr hart erarbeitetes Geld sondern meins. Deshalb tut es ihnen nicht weh, sondern mir.

Wenn Liquidität erhöht wird, dann bitte bei mir. Nur wenn ich in Maschinen und Arbeitsplätze investiere, wo bleiben die Aufträge?

MfG,
A.K.

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