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Thema: g) Reflektion und Selbstkritik |
Josef Liebhart brauche ich nicht noch einmal zu wiederholen. Aber hinzufügen möchte ich noch, was wesentlich ist und bei der Stiftung der eLeW auch berücksichtigt wurde: Der Mensch muss genommen werden, wie er ist. Hierzu drei Gedanken:
In einer vernetzten und bisher nur arbeitsteiligen Welt ist jeder Einzelne nicht nur eingebunden sondern auch mitverantwortlich. Das zu verstehen und vor allem einzusehen bedarf es der Vorbilder, weniger der Ausbilder.
In der Satzung geht die eLeW von den gelegentlich Aktiven und den Mitläufern aus, nicht von Politprofis. Die Vorstellung ist, dass die/der Einzelne die eLeW als Plattform (aktiv) und als Referenz (Mitläufer) für politisches Handeln benutzt.
Es kann nie darum gehen, zur aktuellen Politik gegenzulenken. Wir sind seit des Kaisers Abdanken Aktive der aktuellen Politik und somit Verursacher. Nicht nur die Politiker, die Investoren und Lobbyisten, sondern auch die Medienmacher, die Protestler, die Medienkäufer und die Konsumenten, selbst die Kindergartentanten in ihrem Job. Dank Internet ist eine neue Zivilisation im Anmarsch und in damit ist die vernetzte, arbeitsteilige Welt mit Basisdemokratie zu füllen. Wir als Verursacher von Politik sind wirksam einzubinden.
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Hallo Hans,
also das passt nicht in mein altes Hirn:
"Es kann nie darum gehen, zur aktuellen Politik gegenzulenken."
Wenn Politik ganz offensichtlich in die falsche Richtung geht, muss doch gegengelenkt oder gar gänzlich geändert werden. Nicht gegenzulenken heißt doch passiv zu bleiben, in die selbe Richtung mit zumachen oder nur mal sehen, was dann kommt. In sofern sind wir dann wieder Verursacher.
Basisdemokratie bedeutet eben Verantwortung, jeder sein , unser Leben selbst in die Hand nehmen, nicht Berufspolitikern oder Kanzlern, Kaisern oder gar irgend einem Gott zu überantworten. Aber wir leben ja erst im 21. Jahrhundert. 2000 Jahre hat es so gut für eine Minderheit funktioniert. Weshalb sollen wir gerade jetzt das ändern wollen! Es kommen ja so viele nach uns....
Gestalten heißt auch gegenzulenken. Und wenn sich genug Gestalter im Sinne der eLeW, der Menschlichkeit finden, wird gegenlenken auch möglich sein. Dafür muss aber Resignation, Gleichgültigkeit abgelegt werden.
Ich denke dieser bewusste Satz schadet der Idee der eLeW mehr als er nützen könnte.
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Ein Beispiel, wie über die Köpfe der Bürger gehändelt wird, ist die traurige EU- Verfassung mit der Agentur für Rüstung. Nachdem einige Länder und Völker nicht mit diesem Machwerk zufrieden waren - uns haben sie nicht gefragt, warum wohl? - wird diese hinterrücks durchgesetzt. Dazu ein aktueller Artikel von http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/56763.
Da ein Gegenlenken bei diesem Tempo schwer möglich ist, wie auch hier gefordert wird, soll nun aus dem noch friedlichen Europa ein aggressives Europa per Verfassung werden. Nachdem in Achen ein großes Projekt für Werbung der Regierung - mit zig Millionen EUS - zur leidlichen EU-Verfassung durch die Bürger verhindert wurde, soll sie nun auf diesem Weg durchgesetzt werden.
Und alles für die Sicherung unseres Wohlstandes. Damit kriegen sie wieder das Volk.
Wird diese Rechnung aufgehen?
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Gerhard Höpfner: Hallo Hans, also das passt nicht in mein altes Hirn: "Es kann nie darum gehen, zur aktuellen Politik gegenzulenken." Hallo Gerhard, ich hätte besser sagen sollen, dass ich damit nicht einverstanden bin: "Der Aufbau von Basisdemokratie erfordert also ein konsequentes Gegenlenken zur aktuellen Politik und das Aufwachen der manipulierten, verunsicherten, 'ungebildeten' Basis."
Das sind verschiedene Dinge. Ja, ich möchte Basisdemokratie, Nein, ich möchte keine Protestpartei.
Das Lagerdenken des vorigen Jahrtausends hilft nicht. Ich kenne aus den Medien SPDler, FDPler, CDUler, Linksparteiler, Gewerkschafter, Kirchenmänner, usw., denen ich zustimmen kann. Mitlenken ja, Gegenlenken nein. Konfrontation ist schädlich, Ressourcen verschleudernd. Demokratie ist grundsätzlich auf Kompromiss aus. Miteinander tut Not.
Das hindert nicht, Opposition zu betreiben und Gegeninformation zu liefern.
Zur Europäischen Verfassung steht seit Juli 2004 die Vorlage des eLeW-Stifters im Netz, leider ohne Reaktion.
Als Diskussionsgrundlage hat die eLeW dann dank Josef Liebhart im Mai 2005 auch ihr erstes Themenheft veröffentlicht: Der europäische Verfassungsvertrag.
Also, ich zitiere mich selbst aus der Einleitung: Die eLeW "die andere Partei ist nie um ihrer selbst willen da und muss das immer reflektieren. Und Selbstkritik, nötig, um sich zu verbessern oder zumindest weiter zu entwickeln, findet ihre Grenze, wo es nur um Machterhalt der Partei geht. Andere sind auch gut und bessere sind zu unterstützen.
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Hallo Hans,
also ich möchte nicht um Pfennige streiten. Ob nun Mitlenken auch Gegenlenken einschließt oder eine Protestpartei auch solche Vorgaben hat.
Konfrontation ist schädlich, gewiss. Aber wie soll jemand aufgehalten werden, der ständig mit einem Bulldozer Grenzen verändern, durchbrechen will, ohne sich auf eine Konfrontation mit ihm einzulassen, um sein Tun zu beenden?
Die neue Gewaltfreiheit propagierende Politik wird gerade von den Bulldozerfahrern ständig eingefordert. In dem Sinne: ihr dürft ja protestieren, macht aber nichts kaputt, wir machen aber dennoch, was w i r wollen und nicht, was i h r eventuell wollt, e u c h gut tun könnte. Und schaut her, hier ist der Gummiknüppel! Ein Miteinander ist leider nicht sichtbar.
Diejenigen, die Du kennst und denen Du zustimmen kannst, warum scheren sie nicht aus, lassen sich auf faule (!) Kompromisse ein, damit trotzdem der Bulldozer weiter rollen kann?
Ja, Miteinander tut Not.
Auch ich bedaure das Desinteresse der meisten an die EU-Verfassung, diese Verfassung wurde eben nicht mit allen erarbeitet, sondern von oben entworfen...deshalb sollte die Vorlage der eLeW mehr Interesse finden. Und die eLeW ist nicht allein. Eben auch andere bemühen sich um ein anderes Verfahren aber die B...
Das Basisdemokratie wirklich nicht gewollt ist, wird sichtbar, bei dem was derzeit bei der Wasg in Berlin abgeht. Also selbst die Linkspartei hat damit nichts am Hut, was sie ja auch immer bewiesen hat. Mit aller Macht der Basis nur die Brotkrumen lassen, selbst den Erhalt des einzigen (Un)Rechtssystems zu nützen. Eine Demokratie ohne Basis.
Wie kann da ohne Gegenlenken/Konfrontation ein Umdenken durchgesetzt werden??
Umdenken in dem Sinne, dass es bei (Basis)Demokratie nicht um Macht Einzelner und deren Gruppen geht.
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Gerhard Höpfner: Aber wie soll jemand aufgehalten werden, der ständig mit einem Bulldozer Grenzen verändern, durchbrechen will, ohne sich auf eine Konfrontation mit ihm einzulassen, um sein Tun zu beenden? Das Steuer übernehmen. Das ist möglich, wenn allein schon die Nichtwähler ihre Chance hier erkennen.
Gerhard Höpfner: Ihr dürft ja protestieren, macht aber nichts kaputt, wir machen aber dennoch, was w i r wollen und nicht, was i h r eventuell wollt, e u c h gut tun könnte. Und schaut her, hier ist der Gummiknüppel! Ein Miteinander ist leider nicht sichtbar. Deshalb betteln wir hier nicht um Volksentscheide oder mehr Demokratie sondern offerieren, die Basisdemokratie ins Parlament zu bringen. Alles andere ist illusorisch, wenn auch der Weg über eine Partei wegen der allgemeinen Verdrossenheit der schwerste ist. Gewählt werden ist dann das Miteinander und der dann hervorgeholte Gummiknüppel ist nur noch die Verleumdung.
Gerhard Höpfner: Diejenigen, die Du kennst und denen Du zustimmen kannst, warum scheren sie nicht aus, lassen sich auf faule (!) Kompromisse ein, damit trotzdem der Bulldozer weiter rollen kann? Die sind noch dem vorigen Jahrtausend verhaftet oder trauen der eLeW nicht. In der Vorbereitung zur Wahl 2005 habe ich nur Absagen bekommen, für die eLeW zu kandidieren. Bei der Gelegenheit an dieser Stelle was Neues, ein diesem Jahrtausend gemäßer Begriff für die eLeW-Politik, abgewandelt übernommen von Prof. Muhammad Yunus, Friedensnobelpreisträger 2006 “Still und leise kündigt sich derzeit ein gewaltiger gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Umbruch an. Bei Unternehmen wie auch bei Konsumenten setzt sich ein Verständnis durch, dass langfristig nur Erfolg haben kann, wer nicht permanent verbrannte Erde hinterlässt. Strategien, Produkte und Aktionen müssen biologisch, ökologisch, sozialverträglich und nachhaltig sein, um künftig am Markt zu bestehen. …” Karma-Politik (c)2007 by eLeW.
Politik ist für viele ein schmutziges Geschäft, Karma-Politik achtet auf und vermittelt Werte, vermittelt aber auch, dass die Basisdemokratie jeden daran beteiligt, nicht permanent verbrannte Erde zu hinterlassen, sondern an biologischer, ökologischer, sozialverträglicher und nachhaltiger Politik beteiligt zu sein.
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Es geht hier um Reflektion und Selbstkritik. Ich denke, 2 Jahre Existenz der eLeW ohne Mitgliederresonanz macht dies auch nötig. Aber keine Resignation, dieses Projekt ist richtig und wichtig, es bleibt zukunftsweisend und es wird auch Erfolg haben.
Wenn ich die 5 Punkte ( a) eine sichere Existenz b) Arbeitszeitverkürzung c) mehr Bildung, d) mehr gelebte Verantwortung und e) mehr Erfolgserlebnisse) erwähnt habe, dann nicht nur als eine Liste unserer Forderungen (teilweise entgegen der realen Entwicklung), sondern vor allem als Anleitung, wo wir aktiv sein sollten.
Wo immer für diese Punkte gestritten wird, sollten wir mitmachen und diese Gruppen dann aber auch mit unserer Idee bekannt machen. Denn da sind vielleicht mögliche Mitstreiter zu finden.
Und da kann ich dem Hans auch nicht zustimmen, wenn er für das Mitgestalten und sich Einmischen das Gegenlenken, den Protest, die Konfrontation und den Widerstand ausschließen will. Sie gehören vollwertig zum Handlungspotential dazu. Und realistisch betrachtet, sind all die verschiedenen Formen auch vielfältig miteinander vermischt. Wenn Hans schreibt:
Hans: .. sondern offerieren, die Basisdemokratie ins Parlament zu bringen. Alles andere ist illusorisch, wenn auch der Weg über eine Partei wegen der allgemeinen Verdrossenheit der schwerste ist.
dann erscheint es mir etwas abgehoben zu sein. Denn "alles andere" ist nicht illusorisch, sondern "alles andere" ist aus meiner Sicht durchaus hilfreich.
In diesem Zusammenhang möchte ich nur an die Auseinandersetzungen in Seattle und Genua erinnern, wo sich doch recht massiv gegen das massive Gewaltpotential der Obrigkeit gewehrt wurde. Daraus wurde regelrecht eine Initialzündung der neoliberalen Gegenbewegung. Das „Gegen“ etwas sein ist nicht nur aus taktischen Gründen oft sehr hilfreich, ja es ist manchmal auch unvermeidlich.
Warum ich das erwähne ? Weil ich auch dort wichtige Partner sehe, zu denen wir gehen und mit denen wir sprechen sollten, denen wir helfen und bei denen wir auch potentielle Mitglieder finden könnten.
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