eLeW, ein Land eine Welt - Forum 1 und FAQ
Zurück zur Übersicht
Autor
Thema: Saustall


Der Spiegel-Leserbrief auf der eLeW-Startseite ist unerheblich. Wenn schon der aktuelle Spiegel zitiert wird, dann bitte
SPIEGEL, Pfingsten 2006, wörtliches Zitat von Seite 6
Die EU buttert viele Milliarden Euro in die Landwirtschaft. Doch Mitgliedstaaten wie Deutschland weigern sich, genau aufzulisten, wer wie viel Geld erhält. Kein Wunder: Große Fleischfabriken, Grundbesitzer und Industriekonzerne
profitieren von den Subventionen am meisten. EU-Verwaltungskommissar Siim Kallas fordert nun mehr Transparenz.
Die Öffentlichkeit habe das Recht, zu erfahren, wo ihre
Steuergelder bleiben. Landwirtschaftsminister Horst Seehofer
schwenkt langsam ein.


Vor vielen Jahren berichtete der Spiegel schon, dass mehr als 50% der EU-Gelder an Firmen gehen, die jünger als 5 Jahre sind, und nur zum Abschöpfen konstruiert wurden.

Bei Landwirtschaft-Politik fällt mir nur Saustall ein.



Hallo Barnabas, ein schöner Beginn mit einem treffenden Titel. Weißt du, dass die meisten Deutschen offen oder insgeheim auch so über die Politik denken. In der wegen nicht vorhandenem Besucherinteresse nicht weiter verfolgten eLeW-Kolumne Aktuell vom 8. Dezember 04 konnte ich von 76% der Deutschen schreiben, dass sie ihre Politiker für unehrlich halten.

Heute ist nun ein neuer SPIEGEL am Kiosk. Wieder wird vom SPIEGEL ein Saustall benannt; Titelgeschichte: "Statt die Verschwendung zu beenden, will die Regierung mehr Geld ins kranke Gesundheitswesen pumpen!" In der Hausmitteilung steht einleitend: "Bei der Problemanalyse herrschte Einigkeit: „Das System ist eine Einladung an alle Verschwender“, sagt Neubacher (der SPIEGEL-Autor, Anm. von mir), „fast alle Grundregeln für einen funktionierenden Wettbewerb sind außer Kraft gesetzt“.

Für mich ist es bedrückend, in einer Welt zu leben, wo mit hinreichenden geistigen Gaben ausgestattete Leute, ihre Augen vor den negativen oder schrecklichen Folgen ihres Handelns zu Gunsten des kurzfristigen persönlichen Erfolges verschließen. (Ich nenne sie Ich-Vertreter). Aber auch traurig zu erleben, dass die mit überragenden geistigen Gaben ausgestatteten Leute nicht den Schritt vollziehen, gestalterisch in die so arg verfahrene Politik der Vergangenheit einzugreifen. (Ich denke an die Mehrheit der attacis). Damit zu dir Barnabas:

Es heißt, Spiegel-Leser wissen mehr. Somit gehörst du zu denen, die mehr wissen. Dann steiger dich doch mal etwas und lass mir nicht nur deinen Rat vom 6.6. zukommen.
Alles Gute, huscholz


Zuletzt bearbeitet: 03.07.06 00:22 von Administrator


Hallo huscholz,

schon wieder die falschen Texte erwähnt. Das hier trifft mich und vielleicht dich: Spiegel 27, von heute, S. 106:
"Bleiben viele der Erwachsenen von heute ewig kindisch? Haben sie es schwerer als ihre Vorfahren, zu wahrer geistiger Reife zu gelangen?"

Schuld daran sei eine Umwelt, die wegen ständiger Veränderungen kindähnliche Unstetigkeit und lebenslange Lernbereitschaft
verlange. Auch die oft sehr lange Ausbildung erschwere das Einüben von erwachsenentypischen Lebens- und
Denkgewohnheiten. Vor allem an den hellsten Köpfen glaubt der Forscher die Leitsymptome der neuen Reifekrise beobachten zu können: „Lehrer, Wissenschaftler und viele andere Akademiker“,
so Charlton, „verhalten sich oft sprunghaft, schwanken in ihren Prioritäten und neigen zu Überreaktionen.“

Also, was ist dir lieber, erwachsen werden oder Partei spielen?



Hallo Barnabas,

erwachsen sein und Partei spielen, wo ist da der Widerspruch? Das Spielerische gehört zum Schöpferischen und die Parteistiftung dieser Art halte ich für notwendig. (Hier ein Eigenzitat)

Als Spiegelleser hast du vielleicht auch den neuen Kulturspiegel. In diesem thread wird ja nur noch der Spiegel zitiert! Dort findest du, wie modern die eLeW ist, passend zur Gesellschaft im Jahr 2020. Hier die Geschichte, unheimlich gekürzt und wörtlich zitiert:

"Auf Basis einer soziologischen Studie hat der KulturSPIEGEL sich die schöne neue Welt einer Gesellschaft selbstbestimmter Bürger ausgemalt.

Dass wir uns in einer Umbruchphase befinden, global wie national, dass Arbeit und Arbeitsteilung sich verändern, dass dem industriellen Kapitalismus ein digitaler folgen könnte, dass die Werte sich wandeln oder an Wert gewinnen und dass politisch jetzt oder nie die Weichen gestellt werden müssen, daran besteht kein Zweifel. Nur: Wo geht die Entwicklung hin? Wie wird Deutschland im Jahr 2020 aussehen? Und wer wird dann Deutschland sein?

Drei Szenarien haben die Heidelberger für das Jahr 2020 entworfen: neoliberal, sozialdemokratisch oder: ganz anders. "Metamorphosis" heißt diese Vision einer sogenannten Zivil- oder Bürgergesellschaft, weil sie den stärksten Wandel annimmt: Der "One World"-Gedanke setzt sich durch, die Menschen arbeiten, um zu leben, nicht andersrum, und sie übernehmen in privater Initiative das, was der Staat nicht mehr leisten kann. Deutschland im Jahr 2020 - das ist also, möglicherweise, ein offeneres, fortschrittlicheres Land selbstbestimmt lebender Bürger.

Doch ist es realistisch, dass wir in einer Gesellschaft leben werden, in der sich die Menschen nicht nur für Wohnung, Home Entertainment und Karriere interessieren, sondern auch für ihr Viertel und für das globale Dorf? Ja, ist es. Der Freizeitforscher Horst Opaschowski diagnostiziert "den radikalsten Wertewandel seit 30 Jahren" und sieht eine "Ära der Verantwortung" kommen - für die Gemeinschaft, die Umwelt, die nächste Generation. Das Sinus-Institut erkennt Anzeichen dafür, "dass wir uns auf einem ,dritten Weg' befinden, der über den scheinbar unüberwindbaren Gegensatz von wirtschaftlicher Liberalisierung und Sozialstaatsbewahrung hinausgeht."

Im Sociovision-Szenario Metamorphosis "verbinden die Bürger Eigenverantwortung mit Gemeinschaftssinn, integrieren technischen Fortschritt und Nachhaltigkeit und organisieren sich und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Wesentlichen selbst". Das Industriezeitalter ist endgültig zu Ende, die Wissensgesellschaft ist da.

Deutschland im Jahr 2020 - das ist, wenn diese Metamorphose stattfindet, eine funktionierende Zivilgesellschaft mit Bürgerinitiativen, Windrädern und Weltmusik, aber ohne den Patschuli-Geruch der siebziger Jahre, mit Hochtechnologie und hohem Bildungsgrad. Ein bisschen Hippie, aber mit viel Hightech. Denn klar ist auch: Das alles funktioniert nur auf der Basis eines gewissen Wohlstands. Andererseits, davon sind die Verfechter der Zivilgesellschaft überzeugt, wird es ohne Veränderungen keinen Wohlstand mehr geben."

Ende der Auswahl.

Das soll die eLeW auch sein: Die Metamorphosis-Partei mit dem One World-Gedanken, für Menschen, die arbeiten, um zu leben, nicht andersrum, in einem offeneren, fortschrittlicheren Deutschland selbstbestimmt lebender Bürger.
Ich bat darum, dabei und nicht beim SPIEGEL-Zitieren zu helfen.
Alles Gute, huscholz



Ich warte und warte, ob noch was kommt, von Barnabas, der auch den Spiegel zitiert, vom Spiegel und von euch Besuchern.

Barnabas Schrott
Bei Landwirtschaft-Politik fällt mir nur Saustall ein.

Wie wäre es mit dem Steuerpolitik-Saustall?
Vor jetzt bald drei Jahren habe ich den Spiegel, die Lausitzer Rundschau und die Welt zitiert: Steuerreform bei CDU/CSU.
  • Reiche können sich vor der Steuer drücken, (Spiegel 1996),
  • Unternehmen sollen entlastet werden (Merz 2004)
  • und die Mehrwertsteuer erhöht (Koalition 2007).


Die deutsche Steuer-Gewerkschaft alamiert seit Jahren, die 135.ooo Finanzbeamte können die immer komplizierter werdenden Steuertatbestände nicht mehr prüfen. Eine Einladung zur Hinterziehung. Eine sachgemäße Prüfung, so schätzt die Gewerkschaft, ergäbe 70 Milliarden mehr Einnahmen.

Warum dann eine Mehrwertsteuererhöhung, die nur 25 Milliarden einbringt?

Kein Saustall wäre Fifty/Fifty, 35 Milliarden für zusätzliche Steuerprüfer und 35 Milliarden zur Schuldentilgung.


Zurück zur Übersicht

WebMart Homepage Tools: Eigenes Forum kostenlos starten