eLeW, ein Land eine Welt - Forum 3 zu allen Fragen, die mit der Arbeitslosigkeit zusammenhängen
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Thema: ohne worte |
http://www.klaus-schweinsberg.de/capital-editorials/2006/reichtum-muss-wieder-lohnen/
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Sehr geehrter Herr Schweinsberg,
ganz spontan möchte ich sagen: “Super, dieses Editorial, Sie sprechen mir in allen Punkten, mit jedem einzelnen Satz, voll aus der Seele!” Und das, obwohl ich nicht zu Spitzenverdienern gehöre, ich bin Student, komme aus einer Arbeiterfamilie.
Den Neid, diese Mißgunst Wohlhabenden gegenüber, kenne ich aus meinem Umfeld, auch aus meiner Familie, und ich ernte immer Unverständniss, wenn solche ich Fragen stelle, wie Sie das getan haben: “Was hindert uns daran, auf Ämtern oder Flughäfen Expressschalter einzurichten, wo es für jene, die bereit sind dafür zu bezahlen, deutlich schneller geht?”
“Was ist verwerflich daran, wenn ein Unternehmen seinen Gewinn oder eine Privatperson sein Einkommen steigern will? Warum soll ein Mercedes-Manager nicht 7 Millionen EUR im Jahr verdienen, wenn Mercedes der Meinung ist, seine Arbeit sei das wert? Warum sollen Bundesligaprofis nicht das Geld nehmen, was sie bekommen können?”
Das Problem ist, der Großteil der Bevölkerung gehört nicht zu den Spitzenverdienern, und so ist es für Medien nunmal am einfachsten, mit reißerischen Schlagzeilen auf Kosten der Spitzenverdiener Umsätze zu erzielen. So ist es auch für Politiker am einfachsten, mit Parolen gegen Wohlhabende und Forderungen an Wohlhabende Stimmen zu sammeln.
Natürlich lässt sich eine “Reichensteuer” prima verkaufen - 90% der Wahberechtigten sind nunmal nicht reich im Sinne dieser Steuer (Einkommen > 250.000 EUR im Jahr), und um deren Stimmen geht es. Machterhalt über alles.
Oder man man denke an die “Heuschrecken”-Diskussion, die “Mitnahmementalität”-Diskussion und aktuelle Forderungen aus WASG und linkem Flügel der SPD. Nur leider sind dort Leute am Werk, die eine Zeitschrift mit dem Namen “Capital” nicht mal mit Handschuhen anfassen würden, von daher wird Ihr Apell an Politik und Medien, “sich aktiv gegen Missgunst und Neid zu wenden”, leider nicht die richtigen Adressaten erreichen.
Mit freundlichen Grüßen,
Christian Klein
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Einer aktuellen Umfrage zufolge befürworten 75,5 Prozent der Bundesbürger die Reichensteuer. In Ihrem Beitrag mutmaßen Sie, dass 90 Prozent der Bundesbürger von der Reichensteuer nicht betroffen sind. In Wahrheit ist die Ausbeutung der Minderheit durch die Mehrheit noch viel krasser: In Deutschland gibt es laut amtlicher Statistik etwa 120000 Bürger, die mehr als 250.000 Euro verdienen und von der Reichensteuer betroffen sein werden.
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Hallo Herr Schweinsberg!
Ihren provokanten Fragen und Thesen widerspreche ich. Sie stellen mit Ihren Fragen den Sinn des Sozialstaates infrage. Die Einkommensumverteilung ist gerechtfertigt, wenn sie den Reichtum anderer anzapft und damit unverschuldet Schwachen hilft. Das ist im Grunde staatlich verordnete Solidarität, weil nicht gesichert ist, dass ein Spitzenverdiener eben fünf sozial schwachen Familien einen Kindergartenplatz spendieren.
Ich verstehe sie so, dass man mit Geld alles kaufen können soll. Finden sie es nicht wichtiger Bevorteilungen unabhängiger vom Geld zu machen? Gerade im sozialen Bereich! Warum muss ein Spitzenverdiener nach einer großzügigen Spende gleich nach der Gegenleistung verlangen, um seinen Sohn unterzubringen? Das ist keine Spende, sondern das Verlangen nach einer Gegenleistung. Die Großzügigkeit wird dadurch infrage gestellt. Die Betonung auf die Macht des Individuums auf seinen monetären Reichtum zu gewichten verdeutlicht den Kontrast von Neid –> Egoismus. Stellen wir uns ein System vor, in dem nur „das Geld regiert“. Und stellen wir uns in diesem System zusätzlich vor, dass Sie kein Geld haben. Diese Situation ist ohne eine soziale Komponente ein Dilemma. Der Ausweg aus der Armut ist nicht möglich, weil sie nicht möglich ist, denn alles kostet Geld, das es für den Armen nicht oder nur in zu geringer Höhe gibt. Stattdessen wird er extrem abhängig vom Reichen. Eine unschöne Situation, weil kein Machtgleichgewicht mehr herrscht.
Ihr Argument wird, so vermute ich, sein, dass der Reiche sein Geld selbst verdient und all die Risiken und Bemühungen auf sich genommen hat, sein Reichtum also wirtschaftlich begründet ist. Wirtschaftlichen Erfolg aber mit sozialem Machtanspruch zu koppeln finde ich gefährlich.
Ja, Unternehmertum muss gefördert und nicht beschnitten werden.
Aber nein, wirtschaftlicher Erfolg darf eben nicht der Schlüssel für Herrschaftsansprüche werden.
Mit freundlichem Gruß
Marc Lehnfeld
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In einem Punkt gebe ich Ihnen völlig recht: natürlich stelle ich den Sinn des Sozialstaates, wie wir ihn derzeit praktizieren in Frage. Ansonsten widerspreche ich in allen Punkten. Ihre Argumentation ist genau jene, die ich in meinem Beitrag angreife. Diese seltsame Gerechtigkeitsgefühl. Warum soll jemand, der über die entsprechenden Möglichkeiten verfügt, sich nicht etwas kaufen dürfen? Sie wollen ihm das verwehren, nur weil ein anderer sich das nicht leisten kann. Mit Verlaub: Das ist Sozialismus. Aber selbst wenn wir in Ihrer Gedankenwelt bleiben: wie funktioniert eigentlich ihr System, wenn von den Superreichen hier keiner mehr Steuern zahlt? Im Moment tragen 5 Prozent der Steuerpflichtigen mehr als 40 Prozent des Einkommensteuervolumens. Wenn diese Leute beschließen das Land zu verlassen, dann wird Ihr System nicht mehr funktionieren!
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Hallo Herr Schweinsberg
Damit dass der Staat uns das Geld nimmt kann ich mit Ihnen übereinstimmen, ansonsten sehe ich keine übereinstimmung. Wieso ist man in unserer Gesellschaft erst ein Leistungsträger wenn man eine bestimmte Einkommenshöhe ereicht hat. Dies ist eine Diskriminierung all derer die hervorragende Arbeit leisten aber keine entsprechende Entlohnung dafür bekommen. Auch stehen einem mit entsprechend hohem Einkommen eine Vielzahl an Möglichkeiten zur Verfügung Steuern zu sparen. Angefangen von Spenden für gemeinnützige Zwecke über Parteispenden bis hin zur Gründung einer eigenen Stiftung.
Wenn Wohlstand für alle Bürger dieser Gesellschaft kein Ziel mehr ist dann finden wir uns ganz schnell wieder in einem Sozialdarwinismus.
Zu guter letzt möcht ich noch erwähnen, dass unser Staat die Rahmenbedingungen schafft damit man überhaupt in der Lage ist Reichtum anzuhäufen, somit ist auch legitim hier diejenigen zur Tasche zu bitten die einen besonders grossen Teil vom Kuchen abbekommen.
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Aber wie sehen Sie denn die Argumente der Herren Klein, Schumann und Kyritz? Ganz offensichtlich gibt es ja gerade in der jüngeren Generation den Wunsch, endlich weg von dieser notorischen Gerechtigkeitsdebatte zu kommen. Die Frage ist doch, was bringt den Standort Deutschland insgesamt weiter. Wenn bei jedem Vorschlag gleich die Keule “Sozialdarwinismus” kommt, dann wird es uns nie gelingen, verkünftige ökonomische Konzepte zu diskutieren.
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Hallo Herr Schweinsberg!
Sie haben in allen Punkten Recht!
Als ich mich noch in der Ausbildung befand, sagte mir mein damaliger Tutor:
“Neid und Missgunst sind unsere größten Feinde!” Damals habe ich diese Aussage einfach hingenommen. Mittlerweile habe ich den Gehalt dieses Satzes begriffen.
Ich lebe in einem Dorf mit 10.000 Einwohnern. Tagtäglich werde ich beruflich aber auch privat mit Neid und Missgunst konfrontiert. Und ich muss sagen, daß es in den letzten 8 Jahren immer schlimmer geworden ist.
Und genau hier sind die Medien gefragt.
Und darum auch Sie, Herr Schweinsberg.
Verbreiten Sie doch einfach gute Stimmung. Machen Sie Meinung. Und zwar positive.
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Sehr geehrter Herr Schweinsberg !
Neid und Missgunst sind in unserer Gesselschaft tatsächlich weit verbreitet und wie sagte schon ein altes Sprichwort Mitleid bekommst du umsonst aber Neid den musst du dir erarbeiten.
Manche Ihrer Ideen ,wie den Expressschaltern in Behörden,sind sogar richtiggehend genial,vorrausgesetzt jeder könnte frei entscheiden ob er für eine geringere Wartezeit bezahlen möchte.
Grundlegend ist aber sehr wohl vernünftig das Menschen mit einem Spitzeneinkommen bitte schön auch der Gessellschaft mehr zurückgeben als jemand der gerade froh ist seinen Kühlschrank zu füllen.
Schließlich ist Reichtum nur möglich indem ich einen Weg finde von dem Kuchen ein größeres Stück zu bekommen als mir theoretisch (mathematisch)zusteht.
Folglich werden andere kleinere Stückchen bekommen.
Das wäre auch vollkommen in Ordnung wenn die Unterschiede nicht immer größer würden.
Und ich bitte Sie Herr Schweinsberg ,wir reden hier über Menschen die durch diese Steuern nicht wirklich Probleme bekommen.Der Wegfall bzw. die Modifizierung der Pendlerpauschale trifft wesentlich mehr arbeitende! Menschen deutlich härter.
Wie sie bereits erwähnten werden 40% der Steuern von 5 % der Bevölkerung bezahlt.
Um dort hinzukommen mussten viele dieser Menschen hart arbeiten.Doch die Rahmenbedingungen um genau dort hinzukommen die hat nun mal die Gessellscheft geschaffen.
Schulen,Universitäten und die dazu gehörigen Lehrkörper ,Sportvereine und die dazu meist ehrenamtlichen Trainer(innen)und Betreuer.Förderung von hochbegabten Talenten und im Sport.
Ist es dann nicht normal das der Rest der Gesellschaft etwas mehr als üblich zurückfordert zumal es diesen Personenkreis doch meist nur auf dem Papier trifft.
Keiner dieser Spitzenverdiener wird deswegen den Bau seines dtitten Hauses verschieben oder muss die Mode vo vorigem noch mal auftragen.
Abschließend möchte ich dazu sagen wenn die 3% Reichensteuer dazu führen das Neid und Missgunst etwas weniger werden und die Anerkennung für die Arbeit die dahinter steht zahle ich Sie doch gerne oder Herr Schweinsberg ?!
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Hallo Herr Schweinsberg,
Ihr editorial hatte es in sich. Unter der Voraussetzung, dass zwei Bedingungen eintreten, sage ich Ihnen eine große Karriere voraus:
1. Anstatt unter “editorial” sollte Ihr nächster Kommentar unter “Glosse” erscheinen!
2. Als Chefredakteur sollten Sie ins Fach der Kabarettisten wechseln - mit noch einigen weiteren, peppigen “examples” ist Ihnen dann eine steile Karriere sicher!
Hier noch einige Anregungen:
1. Warum nicht für Herz-, Nieren-, und ähnliche spezielle OP´s nicht auch einen Expressdienst für Reiche, wo der Normalbürger doch 2 Jahre auf ein Spenderorgan warten muß - dem Fürsten von Thurn und Taxis hat es ehedem aber auch nicht viel geholfen, wie wir wissen!
2. Degressive Steuer für Reiche? Super! - ein Bill Gates würde demnach ja fast schon von der Negativ-Steuer, sprich Steuer-rückerstattung hervorragend leben können und so einige hundert Vorstandschefs wohl auch in Deutschland!(:-)
3. Der Staat nimmt den Reichen ihr Geld? Ich kenne viele sogenannte Reiche, die die 3% Aufschlag gerne zahlen, weil sie wissen, dass sie es spielend verkraften. Und was heißt denn: Der Staat nimmt Ihnen Ihr Geld ab? Ich glaube, auch Sie würden gerne als Verheirateter für je 100,000 Euro die über 500,000 Euro (zu versteuerndes Einkommen wohl bemerkt!)hinausgehen 45,000 Euro hinausgehen statt 42,000 Euro zahlen, wenn Sie es denn überhaupt bemerken würden, dass sie nun “ärmer” geworden sind!
4. Ihre Aussage “.., dass es Wohlstand ohne Reichtum nicht geben kann.” ist genau das, wie oben gesagt - eine Aussage! - nichts weiter. Und es dürfte Ihnen auch verdammt schwer fallen, den Beweis für dieses statement zu führen., obwohl mich Ihre Beweisführung schon sehr interessieren würde.
5. “Was ist schlimm daran, den einen oder andern nicht gerade hochbegabten Sprößling zum Studium zuzulassen, wenn der alte Herr die Bibliothek sponsert?” Im Prinzip haben Sie Recht und ich frage mich, ob gerade dies nicht schon längst passiert ist und solche Sprößlinge bereits in einigen Vorstandsetagen sitzen, sowie auch vielleicht in den Chef-etagen einiger Zeitungen. Kann das sein??
Zum Schluß kann ich nur hoffen, dass Sie nie krank werden und dann so einem Sprößling, der ausgerechnet Medizin statt Archäologie studiert hat, in die Hände fallen. Vielleicht verabschiedet der Sie dann auch noch auf dem Krankenbett mit dem flotten Spruch: “Shit happens!”
Wie gesagt: Kabarettist - das kann Ihr Weg zum Erfolg sein!
Nichtsdestoweniger Viele Grüße und vielleicht lesen Sie noch einmal, was Sie da geschrieben haben - oder , wie wir in der army gelernt haben - erst ´mal ´ne Nacht drüber schlafen, dann sieht man einiges doch anders und auch gelassener.
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