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Thema: Der Laden ist pleite |
Mehrere Zeitungen melden heute, der zukünftige Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) will das Autobahnnetz verkaufen. Das habe ich in der RP ONLINE heute daraufhin gepostet:
Typisches Kennzeichen einer Firma, die eigentlich pleite ist, das aber noch nicht zugeben bzw. herauszögern will:
Das Tafelsilber wird verscherbelt.
Das hat Eichel schon mit viel Spaß und Elan getan und Steinbrück will es ihm wohl gleichtun. Schade nur, daß die Jungs nicht rechnen können.
Es ist ja grundsätzlich keine schlechte Idee, die Staatsverschuldung senken zu wollen. Im Gegenteil! Nur der Weg ist falsch.
Was bringt es, 6 Mrd weniger Zinsen zahlen zu müssen, wenn die Neuverschuldung dennoch 40 Mrd beträgt? Nach drei Jahren ist der Autobahngewinn dann aufgebraucht.
Zudem müßte man fairerweise zumindest die KfZ-Steuer senken, was zusätzlich Einnahmeverluste brächte. Macht man das nicht, werden dem autobahnnutzenden Haushalt 100 Euro (geplant) Kaufkraft entzogen, was sich wieder negativ auf den Binnenmarkt auswirkt.
Der Ausweg aus dem Dilemma heißt nicht Vermögen versilbern, sondern Einnahmen steigern, Ausgaben senken oder beides.
Wobei dieses ganze Hin- und Hergeschiebe einzelner Steuern und Abgaben nichts bringt. Ob ich nun weniger ALV-Beiträge und dafür mehr MWST zahle, ist letztlich egal. Sowas sind Nullnummern.
Letztlich kann man dem Bürger nicht mehr abnehmen, als er hat.
Richtig wäre es, das gesamte Steuersystem zu überdenken.
Es kann doch nicht sein, daß in einem Land, in dem zwei von drei Bürgern nicht arbeiten, ausgerechnet der Faktor Arbeit besteuert wird. Richtig wäre es, den Konsum zu besteuern, und zwar ausschließlich.
Ferner sollte man mal die Ausgaben überdenken.
Als ein Beispiel möge hier die Weltraumforschung dienen. Es ist unbestritten, daß man im All Dinge entwickelt hat, die nun nützlich für uns sind. Aber wozu müssen wir zum Beispiel wissen, ob es vor Millionen Jahren auf dem Mars Wasser gab?
Und dann sollte man vielleicht das ganze EU-Modell nochmal überdenken.
Kommt die geplante Anhebung der EU-Beiträge zur Finanzierung der neuen Mitgliedsstaaten, ist der Zinsgewinn aus dem Autobahnverkauf eh dahin.
Es ist doch pervers, daß wir Kredite aufnehmen müssen, um unsere Beiträge zur EU zahlen zu können, und dann genau deshalb die Stabilitätskriterien verletzen, was widerum zu Strafzahlungen führt.
Trotz allem wünsche ich unserem Finanzminister-Azubi viel Glück......wenn man so einen maroden Laden übernimmt, braucht man das.
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Schröder war schon nicht die SPD, Steinbrück ist es offenbar auch nicht.
Wenn, wie im erwähnten RP-Artikel das 12.000 Kilometer lange Autobahnnetz in Deutschland einen Wert von 127 Milliarden ausmacht, dann nur, weil diese Milliarden als Gewinn realisiert werden können.
Das bedeutet, dass dieser Gewinn plus Betriebs- und sonstige Kosten (z. B. Bedienung der Zinsen für Kredite, die zum Kauf der Autobahnen aufgenommen werden, denn das Autobahnnetz wird nicht mit Spargeldern gekauft.) vom Autobahnnutzer, das sind als Noch-Autobesitzer wir selbst, bezahlt werden muss.
Hirnrissig, aber schon wie bei Schröder konsequent zu Gunsten der Banken und Großanleger, Kleingeld für den Staatshaushalt mit Großgeld aus der Tasche der Verbraucher zu finanzieren. Wenn also schon Autobahngebühren, dann ab damit direkt und ohne Abzüge in den Staatssäckel.
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Der Laden ist nicht pleite, jedoch wird er von Bankrotteuren oder Saboteuren gesteuert. Wir steigern die Sparquote inzwischen auf über 10%. Die deutschen Privathaushalte haben inzwischen mehr als vier Billionen Euro (4.000.000.000.000) auf der hohen Kante. Jeder Haushalt hat durchschnittlich ein Geldvermögen von 104.000 Euro und 40.000 Euro Schulden.
Demgegenüber sieht die Schuldenuhr heute so aus:

Aufgabe der Politik muss sein, das Sparen wieder auf das notwendige Maß zurückzuführen. Jedoch kündigt die CDU das genaue Gegenteil an, nämlich noch härtere Sparmaßnahmen.
Fairplay1965: Der Ausweg aus dem Dilemma heißt nicht Vermögen versilbern, sondern Einnahmen steigern, Ausgaben senken oder beides.
Ich hoffe, obige Zahlen zeigen, der Ausweg heißt Einnahmen steigern. Das bedeutet nicht, dass dadurch dem Markt Kaufkraft entzogen wird. Die Kaufkraft interessiert sich nicht für den Markt. Der Binnenmarkt ist tot.
Der Binnenmarkt ist tot, weil dem Kleinen, dem viel fehlt, auch das Geld für das Viele fehlt.
Der Binnenmarkt ist tot, weil der Mittlere, das was er alles schon hat, einfach länger nutzt, und er an den Klamotten, dem Ausgehen, den Reisen und möglichst an allem spart.
Der Binnenmarkt ist tot, weil der Große nicht konsumiert, sondern sich als Anleger auf die Seite der Arbeitsplatzvernichter schlägt.
(Womit das große Geld den toten Binnenmarkt noch zusätzlich tiefgefriert.)
Also bitte nicht ausländisches Geld anlocken, sondern dem hiesigen ein Angebot machen, dem es nicht widerstehen kann, oder mir als Steuerzahler Geld abnehmen, damit es mir in einem florierenden Laden besser geht. (Bei mir und dem Kleinen ist aber nichts zu holen, obwohl unsere Privathaushalte statistisch mit 60.000 im Plus stehen.)
Zuletzt bearbeitet: 21.10.05 09:34 von Administrator
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