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Thema: Gesundheitspolitik: Was derzeit wirklich passiert


Gesundheitspolitik: Was derzeit wirklich passiert heißt eine Entdeckung eines Arztes auf den Nachdenkseiten:
  • 1. Krankenhäuser machen politisch gewollte Defizite, werden an Klinikketten verkauft.
  • 2. Niedergelassene Ärzte verdienen politisch gewollt so wenig, dass der Nachwuchs ausbleibt. Sie werden durch MVZ ersetzt, die zu guter letzt ebenfalls den Klinikkonzernen gehören werden.
  • 3. Die medizinische Versorgung unseres Landes liegt dann nicht mehr in der Verantwortung von Ärzten, sondern von Konzernen.
  • 4. Monopolstrukturen und die Lenkung der Patientenströme garantieren bei einer überalterten Bevölkerung eine geradezu utopische Ertragssituation.
  • 5. Ärztliche Standestraditionen werden dem reinen Streben nach Ertrag geopfert werden. Die gesundheitspolitische Landschaft wird sich von Grund auf radikal verändern und entsolidarisieren.
  • 6. Die Ursache liegt nicht in dem Wunsch der Bevölkerung, sondern in der geschickten Manipulation der Regierung durch hochpotente Lobbyisten, die die Macht haben, über das Schicksal der Politiker zu verfügen.


MVZ = Medizinische Versorgungszentren
Der ganze Artikel beleuchtet auch andere Bereiche unserer Demokratie und Politik. Er erklärt auch Neoliberalismus am Beispiel Gesundheitspolitik.




Unter Arztwiki.de kann der obige Text von den Nachdenkseiten mit der Ergänzung gefunden werden:

Was derzeit wirklich passiert, Teil II

Zitat aus dem Artikel:

Für die Querleser trotzdem eine kurze Zusammenfassung:
  • 1. Die Grundstruktur unseres Landes wurde und wird komplett verändert. An die Stelle einer sozialen Marktwirtschaft tritt die Politik des Sozialdarwinismus, der die Schwachen noch schwächer und die Starken noch stärker machen soll.
  • 2. Die im Grundgesetz verankerte parlamentarische Demokratie bleibt wie eine Fassade davor stehen und dient allein dazu, den Strukturwandel unseres Landes zu überwachen und Verstöße zu verfolgen. Dem einzelnen Bürger dient sie immer weniger.
  • 3. Die selbsternannten Eliten unseres Landes bestimmen diese Veränderung über mächtigen Lobbyismus, der in allen Bundesministerien zuhause ist, der die wenigen politischen Entscheidungsträger konsequent führt oder bei Zuwiderhandlung zerstört. Viele Lobbyisten arbeiten direkt als „Leihbeamte“ in allen Ministerien und stellen die Weichen für ihre Arbeitgeber.
  • 4. Das Ziel ist die komplette Vermarktung des Bürgers sowie dessen Kontrolle in allen Lebensphasen und die Umwandlung zu einem gefügigen Angestellten der Firma Deutschland.
  • 5. Soziale Wärme, Solidarität und Gerechtigkeit werden als Hemmnis dieser Entwicklung verstanden und sollen zerstört werden.
  • 6. Diese Politik betrifft nicht nur Deutschland, auch wenn wir es wieder am perfektesten veranstalten, sondern die ganze Welt und sie drückt aus, was wirklich unter dem Begriff der „Globalisierung“ zu verstehen ist.


Der mit diesem zweiten Artikel vom Dr. Döllein beschrittene Weg von der Beschreibung der Gesundheitspolitik zur Aufforderung zu eigenem politisch Denken und Handeln ist motiviert von seiner Beobachtung

Dr. Döllein:
Momentan versuchen 5% unseres Landes, 95% zu betrügen. Die große Masse steht derzeit nur ratlos da und fragt sich, was „da oben“ eigentlich los ist.




Das Handelsblatt kommentiert am 28.9.10 die Vergesäßung der Bürger durch die Politik unter "Die Lebenslügen des Philipp Rösler".
Zitat aus dem Artikel:

Für die Querleser trotzdem eine kurze Zusammenfassung:
  • Die Kanzlerin und ihr Gesundheitsminister ziehen mit einer zentralen Botschaft durch das Land: An steigenden Gesundheitsausgaben führe keine noch so ausgeklügelte Strukturreform vorbei, weil in der alternden deutschen Gesellschaft der Therapiebedarf steige und der medizinische Fortschritt das System immer teurer mache. Um zu verhindern, dass dieser unvermeidbare Kostenanstieg das Wirtschaftswachstum stranguliert, dürfe die Wirtschaft nicht länger über steigende Lohnzusatzkosten an seiner Finanzierung beteiligt werden.
    Stimmt nicht. Ein längeres Leben kommt von gesunder Lebensweise. Erst beim Lebensende steigen die Therapiekosten.
  • Die Rolle der Therapiekosten als unvermeidbarer Kostentreiber wird überschätzt. Zwar sind es in der Tat vor allem neue Medikamente, neue Operationsverfahren und Medizintechnik für Therapie und Diagnostik, die die Ausgaben der Kassen steigen lassen. Doch ein großer Teil dieses Fortschritts ist von zweifelhaftem Nutzen, also verzichtbar. Der Anteil der Kassenleistungen, für die es 2008 einen Nutzen- und Wirksamkeitsnachweis gab, lag nach einschlägigen Studien nur zwischen 34 und 43 Prozent.
  • Es ist schwer zu begründen, warum der Fortschritt überall auch zu Kostensenkungen führt, nur im Gesundheitswesen nicht. Es spricht viel dafür, dass dies weniger mit den echten Kosten neuer Techniken, Verfahren und Medikamente als mit mangelndem Wettbewerb im Gesundheitssystem und der daraus folgenden geringen Preiselastizität der Nachfrage zu tun hat. Sie macht es möglich, dass eine OP-Schere immer noch das Vielfache einer genauso präzise gearbeiteten Haushaltsschere kosten kann.
  • Die Exportwirtschaft wird gestärkt, wenn die Unternehmen sich am künftigen Gesundheitskostenanstieg nicht beteiligen müssen. Stimmt nicht, denn die Lohnzusatzkosten machen bislang weniger als ein Prozent der Gesamtkosten eines typischen Exportprodukts aus. Doch zur Entlastung der Wirtschaft gehört auch die Gegenrechnung: die Schwächung der Konsumkraft von 70 Millionen Versicherten durch steigende Zusatzbeiträge und für den Sozialausgleich notwendig werdende Steuererhöhungen. Sie wird die Wachstumskräfte auf jeden Fall tüchtig dämpfen.




  • Der Ärztemangel wird von allen Seiten beschworen und vorgestern einigten sich Bund und Länder auf Eckpunkte für ein neues Vorsorgungsgesetz. (Hessen-Tageblatt). Vor einem Jahr (24.4.2010 Deutschlandfunk) hat der Bundesgesundheitsminister einen Ärztepakt angekündigt, in dem Bund und Länder 10% mehr Studienplätze in der Medizin gemeinsam finanzieren. Die Bundesärztekammer stellt in einer Studie ihre Fakten zusammen:
    • Statistisch nimmt die Zahl der Ärzte zu, gleichzeitig auch der Ärztemangel, denn immer mehr Ärzte wählen statt Krankenhaus oder Praxis andere Beschäftigungsmöglichkeiten.
    • Nur jeder sechste berufstätige Arzt ist unter 35 Jahre alt und der Nachwuchs macht sich rar. Hausärzte haben Probleme, Nachwuchs zu finden. Bis 2020 werden 24.000 Hausärzte ausscheiden.
    • Nur durch gezielte Anwerbung ausländischer Ärzte konnten Krankenhäuser ihren Bedarf decken.
    • Mittlerweile sind 17.000 deutsche Ärzte im Ausland tätig, bei steigender Tendenz.
    Die Prognose der Bundesärztekammer:
    Viele Arzt-Stellen können nicht mehr besetzt werden, nicht nur in ländlichen Gebieten, sondern auch in Großstädten. Besonders betroffen vom Ärztemangel sind die neuen Bundesländer. Der Ärztemangel im Krankenhausbereich wird dazu führen, dass die Krankenhäuser Wartelisten einführen werden.




    Derzeit passiert und zum 1. Oktober 2011 eingeführt wurde die Zwangsmaßnahme Eektronische Gesundheitskarte eGK. Damit haben wir nun die im Offline-Betrieb sinnlose Karte, die im Online-Betrieb unsicher ist. Den Kassen sollen Verwaltungsmittel gekürzt werden, wenn sie nicht bis 2013 70% ihrer Versicherten damit ausgestattet haben. Wegen der Sicherheit der Daten verlangt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik die Lesegeräte nie länger als 30 Minuten unbeaufsichtigt zu lassen.

    Die Kosten belaufen sich nach Schätzungen von Booz & Company auf 2,4 bis 5,4 Milliarden Euro. Einsparungen sollen durch die Vermeidung von Doppeluntersuchungen eintreten. In Wirklichkeit sind Doppel- und Mehrfachuntersuchungen kostenneutral, weil die Verfügungsmasse für Honorare feststeht und mehr Untersuchungen die einzelne Untersuchung zum Leidwesen der Behandelnden billiger machen. Bei Krankenhäusern gilt das analog. Dem Arzt und dem Patienten nutzt die eGK bis auf Weiteres so nicht, wem also?


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