eLeW, ein Land eine Welt - Forum 5 in Sachen Gesundheitspolitik
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Thema: Total verkorkst


Ganz allgemein, wir haben in Deutschland ein in der Welt herausragendes Gesundheitswesen. Aber ein groteskes System, ein krankes System ohne Aussicht auf Heilung.
28 Milliarden Euro betragen die Rücklagen der gesetzlichen Krankenkassen. Gleichzeitig erwirtschaften zahlreiche Praxen trotz voller Wartezimmer weniger als zur Deckung der Kosten für Gehälter, Miete, Geräte usw. notwendig ist.
Der Arzt erfährt erst nachträglich mit dem Honorarbescheid, was er verdient. Im ersten Quartal 2013 waren das für jeden HNO-Arzt in NRW pro Patient und Quartal 22 Euro. In Niedersachsen wurden im dritten Quartal 2012 den Rheumatologen 53,4% der fachärztlichen Leistung gar nicht erst vergütet.

Ihr Arzt wird mit Ihnen sprechen, aber pro Quartal und Patient erhält ein Hausarzt für Gesprächsleitungen 4,56 Euro. Besuchen Sie ihn einmal im Monat und reden Sie mit ihm für jeweils 5 Minuten, hat er umgerechnet 18,24 Euro für sich, die Praxiskosten usw. Gehen Sie sechsmal im Quartal zu ihm, hat er davon nur die Hälfte.

Nicht verkorkst wäre, der Arzt hat ein Honorarordnung, stellt eine Rechnung aus und Sie holen sich das Honorar von der Versicherung.



Ich hake nochmal nach. Mein Punkt war nicht die Höhe des Einkommens, sondern das nachträgliche Verteilen einer Summe X in vermutlicher Höhe aus einem gemeinsamen Topf Y an einen behandelnden Arzt im Verhältnis eigene abrechenbare Leistung zur in einem halben Jahr bekannten Gesamtsumme aller abrechenbaren Leistungen aller Teilnehmer. Im nicht verkorksten System dagegen würde beim Abliefern der Behandlung das Honorar feststehen. Geht doch bei allen anderen Berufen der Welt.



Ein Jahr später, sieht es vielleicht so aus? Vorschläge der Koalition zur Eindämmmung des Ärztemangels fördern medizinische Versorgungszentren und verlangen von Krankenhäusern, den ambulaten Bereich auszubauen. Per Bürokratiemonster werden Patienten ohne Arztermin an die Krankenhäuser überwiesen, die dann aus dem Topf der Niedergelassenen bezahlt werden.

Und kaum ein Jahr ist vorbei mit der Deckelung der Beiträge der Arbeitgeber, da werden die Arbeitnehmer folgerichtig mit der Erhöhung ihrer Beiträge konfrontiert.

Die Pflegeversicherung wurde mit der Anpassung des Begriffs Pflegebedürftigkeit verbessert. Zu viele, bis zu 250.000 Demenzkranke, fielen durch das Raster. Das neue Verfahren soll 2017 greifen. Das bedeutet, findet der Bremer Gesundheitsökonom Heinz Rothgang, einen ungedeckten Bedarf von bis zu 500.000 Langzeitpfleger in den nächsten 20 Jahren.


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